Originalteile-Podcast – Folge #87 mit Tilmann Distelbarth (Verleger der Heilbronner Stimme)

Shownotes

Originalteile-Podcast – Folge #87 mit Tilmann Distelbarth (Verleger der Heilbronner Stimme)

Tilmann Distelbarth über die Nacht des Cyberangriffs, das Erbe seines Großvaters, seine Wette auf gedrucktes Papier – und warum ihm künstliche Intelligenz aus Amerika Angst macht.

In Folge #87 des Originalteile-Podcasts sitzt Tilmann Distelbarth am Mikrofon, Verleger der Heilbronner Stimme in dritter Generation. Sein Großvater Paul Distelbarth bekam 1946 die Lizenz der amerikanischen Militärregierung, sein Vater Frank führte das Haus dreiundvierzig Jahre. 1997 übernahm Tilmann – mit dreißig, und mit einer Ansage seines Vaters, die man sich merken sollte.

Er erzählt vom Jungen am Frühstückstisch, der noch nicht lesen konnte und deshalb traurig war, weil er doch unbedingt »unsere Zeitung« lesen wollte. Von Jura in Tübingen, das er nicht zu fassen bekam, und von Rouen statt Paris, weil dort keine Deutschen waren. Vom Volontariat beim Tagesspiegel und bei der Münchner Abendzeitung – erst seriös, dann Boulevard, ganz bewusst. Und von der ersten schweren Entscheidung als junger Chef, als er eine Abteilung schließen musste.

Dann die Nacht, die in diesem Haus keiner vergisst: 14. Oktober 2022, viertel vor eins, ein Anruf aus der Rotation. »Ich lese Ihnen mal vor. Auf Englisch.« Der Cyberangriff legt die komplette Stimme lahm. Warum am Ende der Wohnort des IT-Leiters entscheidend war, erzählt er selbst.

Außerdem geht es um seine Rolle als Aufsichtsratsvorsitzender des Süddeutschen Verlags, um die Frage, warum sein Haus beim Cyber Valley andockt und nicht beim IPAI, und um künstliche Intelligenz: »Wer hat denn diese KI programmiert? Wer hat die Filter eingestellt?« Er sagt klar, dass ihm ein Amerika, wie es gerade unterwegs ist, echt Angst macht.

Erfahrt mehr über Tilmann Distelbarths Blick auf Heilbronn, über die Zeitung als Vertrauensanker in einer Region im Umbruch, über Homeoffice, Nick Cave und den Neckar – und darüber, warum ein Mann, der ein Medienhaus mit fast 500 Beschäftigten führt, keinen aktiven Social-Media-Account hat.

Neu: Originalteile gibt es ab sofort auch als Video-Podcast. Ihr könnt die Gespräche jetzt nicht nur hören, sondern auch sehen – mit allem, was dazugehört: Blicke, Pausen, Lachen. Am Bild schrauben wir weiter.

Weblinks & Social Media der Heilbronner Stimme: Web: www.stimme.de Instagram: www.instagram.com/stimmeonline/ Facebook: www.facebook.com/HeilbronnerStimme/ LinkedIn: www.linkedin.com/company/stimme-mediengruppe/posts/?feedView=all

Audio: Philipp Seitz (www.philipp-seitz.de))

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00:00:03: Herzlich willkommen zu Originalteile, dem Leute-Podcast aus Heilbronn und der Region.

00:00:08: Menschen mit einer Verbindung zu dieser Stadt – ob früher heute oder morgen – erzählen hier ihr Leben von vorn im One Take umgeschnitten!

00:00:18: Mit Gastgeber Robert Mucher.

00:00:24: Dann sage ich wie immer am Anfang herzlich Willkommen zum Originalteilepodcast Folge eighty-seven bei der Heilbronnerstimme.

00:00:38: Unser Gast, mein Gast Thelmann Distelbart Verleger der Heilbronner Stimme, seine Familie hat das Haus über Jahrzehnte geführt und ich würde einen kurzen Vorstellungstext vorlesen.

00:00:52: Und dann Herr Distelbad können Sie ergänzen oder mich rügen falls da was falsch gelaufen ist?

00:01:01: Also wer erzählt dieser Stadt?

00:01:02: Wer sie isst?

00:01:04: Am Neckar mitten in Heilbronn steht ein Haus, das seit achtzig Jahren jeden Morgen dasselbe Versprechen einlöst.

00:01:10: Es erzählt einer Stadt wer sie ist Die Heilbronner Stimme gegründet, aus dem Land nicht mehr viel übrig war als Schutt und die Lust wieder anzufangen.

00:01:21: In diesem Haus ist mein heutiger Gast groß geworden Nicht als Erbe der sich einfach hineinsetzt sondern als eine der es sich verdienen musste Tilman Distelbart, Jahrgang, nineteenhundsechzig.

00:01:33: Enkel von Paul Distelbarth eine Mann den man heute wieder kennen sollte.

00:01:38: Pazifist Frankreich verstehe einer danach zwei Kriegen die Aussöhnung suchte als das noch niemand hören wollte.

00:01:45: ein Freigeist der gegen den Strom dachte.

00:01:48: Tilmann Distelbad Sohn von Frank Distelbard der das Haus dreienvierzig Jahre lang führte.

00:01:54: Ninzehundertsiebenundneinzig übernimmt Tilman und tut seither leise das Unwahrscheinliche.

00:02:00: Er hält eine Regionalzeitung am Leben in einer Zeit, in der man ihn allen den Nachruf längst geschrieben

00:02:07: hat.".

00:02:08: Es gibt einen Tag, den vergisst hier keiner – ein Oktobermorgen, die Rechner Tod, das ganze Haus lahmgelegt von Kriminellen aus dem Nichts!

00:02:19: Der schwerste Tag.

00:02:21: doch auch hier sind sie durchgekommen.

00:02:23: Ein Haus, das mit Blei begann und heute mit künstlicher Intelligenz denkt aus der beschaulichen Provinz ist eine KI-Stadt geworden.

00:02:32: Und mittendrin dieser Verleger, der lieber Macht als redet.

00:02:35: Kein Lautsprecher, kein Selbstdarsteller einer der Verantwortung trägt für ein paar hundert Menschen im Haus und für die Frage ob eine Stadt morgen noch weiß was in ihr vorgeht.

00:02:47: Thema Düsselbad schön dass Sie da sind

00:02:50: Ja, danke.

00:02:52: Danke auch, dass ich da sein darf und ... Ich begrüße auch alle Zuhörer- und Zuschauer hier nachdem wie es genutzt wird.

00:03:01: Freu mich drauf!

00:03:02: Darf ich gleich eine Korrektur anbringen?

00:03:04: Absolut.

00:03:05: Der Cyberangriff war nicht nineteenhundertzwanzig.

00:03:09: Das habe ich neunzehn zwanzig in den Nähe vor

00:03:11: vier Jahren.

00:03:12: Aber das war glaube ich nur so ein Aufmerksamkeitseffekt, den Sie erzielen wollten.

00:03:17: Ob ich auch wirklich zuhöre.

00:03:20: Okay, ja.

00:03:20: War natürlich vor vier Jahren ... Vor hundert, vier Jahren wär's mit Cyber noch ein bisschen weit her.

00:03:26: Wir sitzen heute dritte Mal für einen Interview zusammen.

00:03:29: Ja!

00:03:29: Zwei Tausend Dreizehn damals noch fürs HNX-Titelthema Medien.

00:03:34: Vor fünf Jahren hab ich sie für die Wissenstadthelpern interviewt und jetzt für den Originalteile Podcasts.

00:03:39: Was hat sich seither in ihrem Leben am stärksten verändert?

00:03:46: Die Fokussierung aufs Digitale, die war vor fünf Jahren natürlich auch da.

00:03:49: Klar ist das logisch digitale Transformation und wir müssen unsere Inhalte, Geschäftsmodelle, Kundenbeziehungen viel stärker ins Digitalen bringen.

00:04:00: aber das hat in den letzten fünf Jahren noch mal deutlich zugenommen Auch durch die Corona-Pandemie wo viele Dinge sich ja ganz grundlegend verändert haben in der Gesellschaft auch im Einkaufsverhalten wo wir es dann auch direkt spüren, wenn die Händler Geschäfte aufgeben.

00:04:21: Weil einfach das Online-Shopping weiterzugenommen hat und insofern ist das Thema digitale deutlich stärker auf der Tagesordnung als noch vor fünf Jahren.

00:04:30: Auch

00:04:31: im privaten?

00:04:32: Im privaten auch, in der privaten Nutzung natürlich das Thema KI.

00:04:36: Was kann ich mit KI auch im Privaten irgendwo vereinfachen?

00:04:40: Ob Mails schreiben oder ja wenn die Kinder für die Schule lernen und dann eben auch mit KI-Einsatz Dinge tun.

00:04:49: Das ist ganz klar da gehen wir logischerweise mit der Zeit.

00:04:54: Was ist denn morgens, wenn Sie aufwachen des Erste dass sie lesen hören oder sehen Wie informieren Sie sich über welche Medien?

00:05:04: Morgens ist, bevor der Gang zum Briefkasten stattfindet ... tatsächlich das Digitale.

00:05:10: Also die digitale Heilbronnerstimme des e-Paper für den schnellen Überblick und dann meistens wenn ich eine Mittagspause hab.

00:05:18: in der Mittagspause habe ich dann die ausführlichere Lektüre und da nehme ich tatsächlich gerne auch ... Ich hab's dabei natürlich!

00:05:26: Die gedruckte Zeitung.

00:05:27: Da bin ich Fan von bedruckten Papier, von der Haptik und auch von der Orientierung die man einfach mit dem gedruckten papier ganz anders hat als auf dem ePaper.

00:05:40: Aber es gibt natürlich andere Publikationen, die lese ich stärker digital.

00:05:44: Die Süddeutsche gehört auf jeden Fall dazu, wo ich das digitale sehr stark nutze.

00:05:49: und auch wenn's jetzt darum geht, andere Zeitungen zu lesen dann ist es tatsächlich eher der Griff zum iPad oder manchmal auch zum Handy.

00:06:00: Und Podcasts?

00:06:00: Oder Newsletter?

00:06:03: Newsletter ja!

00:06:05: Podcast bin ich tatsächlich noch nicht Freund von geworden.

00:06:11: Ich funktioniere übers Lesen und nicht übers Hören.

00:06:14: Okay, was für Newsletter gibt's da?

00:06:17: Sind wahrscheinlich eher nationale ... Ja, das sind nationale

00:06:20: Newsletter.

00:06:21: Und vor allem auch das komplette Angebot der süddeutschen Zeitung ist bei mir im Eingang zu sehen, was passiert da.

00:06:30: So, wenn man auf halt bronnt schaut.

00:06:32: Scheint's als hätte die Stadt grad einen Lauf.

00:06:34: KI-Standort relevant in Europa am Ende.

00:06:39: Grüne Hauptstadt Europas nächstes Jahr ... Wenn Sie durch die Stadt gehen, merken sie den Aufbruch?

00:06:45: Oder ist das noch mehr Schlagzeile als ein konkretes Gefühl?

00:06:51: Also der Aufbruch, der definitiv stattfindet mit dem Bildungskampus begonnen vor über zehn Jahren.

00:06:58: Mit E-Pie wo die Baugräne jetzt gerade aktiv sind und den Konzeptionen für die Stadt bestehen.

00:07:06: was jetzt neu kommen soll.

00:07:09: Und kommen wird Neubau, Soleil, Freibad an der Neckarhalde mit Hallenbad, die ganzen anderen Dinge mit Eishockehalle Das sind, ist mehr als nur Wunschdenken und mehr als man müsste mal.

00:07:28: Sondern das sind ganz konkrete Projekte die entweder laufen oder jetzt genau begonnen werden.

00:07:34: insofern steckt in dieser Stadt so viel Zukunft und soviel Zukunftsentwicklung.

00:07:41: Die Frage war ja aber, was mir durch den Kopf geht.

00:07:44: Wenn ich durch die Stadt laufe und wenn ich durch innen stattlaufe, dann vermisse ich diesen Aufbruchsgedanken dort definitiv.

00:07:52: Da ist Heilbronn sicherlich ... so unterwegs wie alle anderen Städte auch.

00:07:58: Kann man den lösen, weil das ja so ein Greit

00:08:00: ist allgemein?

00:08:01: Ja ich glaube

00:08:01: schon

00:08:03: da kann man gerade vor dem Hintergrund was sich alles tun wird in Heilbronn und was alles begonnen ist finde ich muss eine Stadt noch sehr viel stärker um sich auf ihr Zentrum auch konzentrieren und die Möglichkeiten vielleicht neu denken, vielleicht aber auch ausloten.

00:08:20: Was eine Stadt Verwaltung tun kann um bestimmte Hotspots, Entwicklungen, Geschäfte, Cafés was auch immer zu befördern die Aufenthaltsqualität zu stärken in der Kernstadt das sind schon Aufgabenpakete.

00:08:40: die sehe ich definitiv bei der Stadtverwaltung.

00:08:43: Wenn man da gerade bei dem Punkt sind, fällt mir konkret ein.

00:08:47: Der H&M am Kiliansplatz, der dann von der Stadt gekauft wurde ... Das sollte ein Haus für die Bevölkerung werden?

00:08:54: Für Co-Working, Austausch, Workshops

00:08:57: etc.,

00:08:57: pp.?

00:08:58: Und beim ersten Goldhändler wird man schwach, und jetzt ist es wieder über drei Stärkwerke in Juwelier.

00:09:04: Verstehen Sie das?

00:09:05: Hätten sie als Unternehmer ähnlich gehandelt auch wenn das die Kommune war?

00:09:10: oder sehen Sie's da wie ich dass ich denke so groß angekündigt und dann beim ersten Angebot wird doch wieder ein Händler reingesetzt wo wir wirklich in der zentralsten Lage Halbrons ein öffentliches Gebäude im dritten Ort der Konsum befreit ist, hätte er schaffen können?

00:09:31: Also ich persönlich denke das es ein Glücksfall für die Stadt ist.

00:09:35: Dass der ehemalige Weilharz tatsächlich gegenüber neu und groß aufgemacht hat Weil das letztendlich ein total positives Zeichen ist für die Entwicklung der Innenstadt.

00:09:49: Denn sich in der Form zu vergrößern, den Mut zu haben und auch in diesem Segment – das sind ja jetzt tatsächlich nicht die Billig-Uren oder der Billigschmuck, der dort verkauft wird – Flagge zu zeigen innerhalb Ronn.

00:10:02: Das darf dann auch im Zentrum sein.

00:10:05: Da kann ich die Stadt total verstehen.

00:10:07: Nicht dass sie da schwach wurde, sondern dass sie gesagt hat, das ist eine Chance.

00:10:10: damit, haben wir gar nicht gerechnet.

00:10:13: Denen müssen wir das natürlich ermöglichen.

00:10:15: Die spannende Frage ist, gibt es für einen Alternativstandort?

00:10:18: Da bin ich im Moment nicht informiert ob die Stadt jetzt ein Alternativstandort dafür auch ins Gespräch gebracht hat.

00:10:25: Also gerne aus dem Rathaus eine Mail schreiben wie da der aktuelle Stand ist.

00:10:29: Wir beide hier wissen's nicht.

00:10:31: Sie hatten mir in einem früheren Interview auch erzählt dass ihr Vater Tisch beim Abendessen Beruf und Familie strikt getrennt hat.

00:10:39: Die Stimme kein Thema war.

00:10:42: Wie handharten Sie das?

00:10:44: Gelingt es, wollten sie das auch so überhaupt oder wird dann doch über ein Job gesprochen.

00:10:52: Also mit Sicherheit mehr als bei meinem Vater bei uns zu Hause.

00:10:57: Da war natürlich das Thema Heilbronnerstimme immer latent da und wir Kinder wussten was der Papa macht und natürlich wussten wir dass da das Unternehmen dahinter steht.

00:11:06: man wurde logischerweise ja auch immer darauf angesprochen.

00:11:10: Aber tatsächlich ist es bei mir zu Hause privat eher noch Thema, auch allein bei der Terminplanung.

00:11:17: Wo bin ich morgen?

00:11:18: Ich fahre nach München und habe in Darmstadt zu tun – in Stuttgart!

00:11:23: Das ist insofern ... Abengespräch.

00:11:26: und natürlich fragt man dann auch oder meine Frau fragt nach, was ist denn da?

00:11:29: Und dann kommt mein Erzählen.

00:11:32: Da ist einfach der Austausch auch gegenseitig, meine Frau arbeitet bei der Experimenter auch entsprechend aktiv und das sind die Kinder logischerweise dabei.

00:11:41: Haben Sie es Gefühl?

00:11:42: also sie haben ja den Vergleich aber vielleicht liegt er Erinnerung an dem Terminkalender ihres Vaters schon arg weit zurück.

00:11:51: Sie heute in dieser modernen, auf digitalen Welt getriebener Gehetzter vom Terminkalender sind als Ihr Vater war oder war das damals genau dasselbe?

00:12:02: Nee.

00:12:02: Das hat sich mit Sicherheit verändert auch die Reaktionsgeschwindigkeit.

00:12:06: wenn man sich überlegt ich bin ich alte Unterlagen in die Hand kriege weil ich irgendwas Suche oder Sortiert habe Wenn ich mir da überlege Brief mit der Schreibmaschine schreibt, den dann abschickt.

00:12:22: Dann kommt er wahrscheinlich damals einen Tag später an – heute dauert es ja oftmals länger -, aber die Gegenseite sich überlegt, was antworte ich drauf und abzippt und zur Post bringt.

00:12:37: Heute ist die E-Mail da und die Leute erwarten selbstverständlich eine sofortige Antwort.

00:12:41: also insofern die Reaktionsgeschwindigkeit dient nicht immer der Sorgfalt, glaube ich.

00:12:48: Ich glaube, dass man sich früher sehr viel eher Gedanken gemacht hat was formulierig?

00:12:52: Was kommt in das Schreiben rein oder auch wenn es Vertragsentwürfe sind?

00:12:56: Das ist heute wesentlich schneller flexibler dadurch natürlich auch aber das ist halt jedes alles zu seiner Zeit und ich glaube, daß der Arbeitsdruck die Arbeitszeit des Arbeitsbensum damals auch immens war.

00:13:14: Ja, ich kann es tatsächlich heute insofern etwas flexibler gestalten durch das digitale Arbeiten.

00:13:21: Zeiten nutzen im Zug ganz anders als früher ...

00:13:25: Homeoffice

00:13:26: auch?

00:13:26: Aber eher selten.

00:13:28: Dass es dann eh mal eine Videokonferenz, die den Abend hineingeht, da kann ich sagen, gutes Mal von zu Hause!

00:13:36: Aber ansonsten eher weniger Homeoffices ja...

00:13:39: Bei der Vorbereitung auf unser Gespräch heute hat mich der Paul Distelbad wieder geflasht.

00:13:51: Er bekam damals die Lizenz, mit sechsundsechzig Jahren, kam als überzeugter Pazifist aus dem ersten Weltkrieg zurück und hat sich dann oder sein Leben in der deutsch-französischen Aussöhnung Freundschaft gewidmet.

00:14:10: wie viel von diesem Gründungsgeist Steckt heute noch hier in der Zeitung im Verlag?

00:14:18: Total viel.

00:14:19: Und das liegt auch daran, dass wir diese Geschichte, diese Gründungsgeschichte auch aktuell halten.

00:14:30: Wir sind dieses Jahr achtzig Jahre alt geworden, neunzehnhundertsechstenvierzig gegründet, achtenzwanzigster März sechsten vierzigte erste Halbronner Stimme.

00:14:39: Und das war logischerweise wieder Anlass für mich in einer Ansprache, auch genau auf diese Gründungsjahre Bezug zu nehmen.

00:14:47: Weil wir schimpfen sehr gern über die Zustände, wir beklagen uns über das was ist und der Wandel und die Wirtschaft und die Politik kommt nicht voran.

00:14:59: und dann die internationalen Krisen.

00:15:03: Aber der Punkt ist ja, dass man sich nicht entmutigen lassen darf.

00:15:07: Davon sondern nach vorne blicken und Augen zu und durch das Beste draus machen.

00:15:14: Und da ist natürlich ein unglaublich starkes Beispiel in der eigenen Firmengeschichte quasi in der DNA das zu haben Dass diejenigen, die damals den Mut hatten Deutschland neu aufzubauen und auch eine starke Demokratie in Deutschland aufzubauern, dass die das unter den bietrigsten Umständen getan haben.

00:15:35: Und den klaren Blick dafür hatten was sie wollten und was mein Großvater angeht und seinen Mittarausgeber Hermann Schwerthfeger, der zweite Lizenznehmer damals gewesener zweite Lizenzverleger Wie die das Ganze angegangen sind, auch mit dem Mindset, sagt man neu Deutsch.

00:15:55: Was wollen wir tun?

00:15:56: Was ist die Mission der Heilbronnerstimme?

00:16:00: Wie können wir dazu beitragen, dass sich die Demokratie in diesem neuen Deutschland jetzt neu entsteht und aufgebaut wird... wie können wir da zu beiträgen?

00:16:13: Das ist schon stark!

00:16:16: Natürlich haben sie gejamert im Sinn von, da gibt es keine Benzinkutscheine und Schreibtische waren Mangelware.

00:16:21: Und Telefone gab's nicht!

00:16:23: Die Leute mussten auch anständig zu Essen haben damit sie was arbeiten können.

00:16:28: aber die Umstände haben sich nicht entmutigt sondern der... ...die Überzeugungskraft war da, was sie wollten und dann war da auch die Kraft da das anzugehen und umzusetzen.

00:16:41: Und das ist schon was, glaube ich, was in unserer DNA mitschwingt.

00:16:44: Das auch in den schwierigsten Zeiten und eben jene Nacht des Cyberangriffs ist definitiv der schwarzeste geschäftliche Tag in meinen neunzwanzig Jahren bei der Halbrunner Stimme sich da nicht entmutigen zu lassen sondern sagen okay gut das ist jetzt so und wie kommen wir daraus?

00:17:06: Was kann man tun und was ist der richtige Weg nach vorne.

00:17:10: Ich bleibe noch einmal kurz bei ihrem Großvater, der dann auch nach dem Krieg in die Sowjetunion nach China gereist.

00:17:19: Er hat sich auch da für Verständigung und Austausch stark gemacht.

00:17:24: Wenn er heute noch leben würde in dieser ganzen Rüstungsrhetorik

00:17:29: etc.,

00:17:29: PPV ... Was glauben Sie?

00:17:33: Wie wird er diese Zeit jetzt wahrnehmen?

00:17:35: wie... Und was hat er vielleicht versucht um ... da ein bisschen einen Gegenimpuls zu setzen, hätte das versucht?

00:17:46: Also ich glaube wenn ich jetzt die Nachkriegsphase in Summe wahrnehme dann wäre er sicherlich in der Phase nach der deutschen Wiedervereinigung.

00:18:01: In den, ich sag mal, neunziger Jahren eher zufrieden gewesen.

00:18:06: Weil das Thema eines Weltfriedens nach dem Ende der Sowjetunion und Ende des Kalten Krieges ... Der Weltfrieden da war nicht überall klar.

00:18:18: Es gab Kriege, es gab dann den Elften September zwei Tausend und Eins, es gabs Irak-Krieg usw.

00:18:25: Aber diese ganz große Bedrohung, die wir jetzt heute wieder spüren und haben mit einem aggressiven Russland.

00:18:33: Dass die Ukraine überfällt und auch in Äußerungen Richtung NATO nicht friedliebend unterwegs ist – das ist schon noch mal was anderes.

00:18:46: Und ich glaube schon dass er diese Situation aber letztlich genau wie wir alle mit großer Sorge betrachtet hätte.

00:18:55: Die Frage, was man tun kann.

00:18:57: Ja klar jeder kann im Kleinen etwas tun.

00:19:00: natürlich haben wir jetzt direkt keinerlei Einfluss auf die politischen Machthaber in Russland.

00:19:06: aber was unser Job ist das dass wir als Zeitung die Leute informieren schreiben was isst anbieten analysen Hintergründe Und das ist die Mission von meinem Großvater und Herrn Schwertfeger gewesen, sich eine klare öffentliche Meinung bilden kann.

00:19:27: Dass die Zeitung also nicht vorschreibt was die Leser zu denken haben.

00:19:31: Das war nie des Ansinnen der Gründungsverlegern sondern es war immer so gedacht.

00:19:36: Es gibt endlich nach der Nazi-Zeit die Möglichkeit sich unabhängig und sachlich kritisch zu informieren zu studieren, Meinungen auch aufzunehmen im Sinne von.

00:19:51: ich reflektiere diese als Leser selbst und ziehe meine eigenen Schlüsse daraus.

00:19:56: Und das ist die Basis einer aktiven und einer lebendigen Demokratie dass die Bürger, dass die Leute mit einer eigenen Meinung, die auch fundiert ist in der Demokratie arbeiten.

00:20:13: Kommen wir zu Ihrem Vatal?

00:20:14: ... der dreiundvierzig Jahre das Haus geführt, und war so in dieser Verlegerwelt eine Art Technikpionier.

00:20:23: Als einer der ersten deutschen Zeitungen den Fotosatz eingeführt.

00:20:28: Ja.

00:20:28: Irgendwann das eigene Radio, den eigenen Radiosender des Druckhauses, also da ging's schon nach vorne.

00:20:37: Haben Sie das früher als ... Also will ich auch werden abgefahren wie es nach vorn geht.

00:20:43: oder waren die Fußstapfen?

00:20:45: Erst mal gefühlt, groß.

00:20:47: Sehr groß!

00:20:49: Ja gut natürlich groß weil als ich anfing hatte mein Vater eine Lebensleistung hinter sich und es war klar dass ein Berufseinsteiger oder in dieser Funktion Berufseinsteiger das erst einmal als große Lebensleistungen vor sich sieht.

00:21:07: Ich war und bin jetzt nie derjenige der so stark Technik begeistert ist und auch mit einer Innovationskraft und Leidenschaft das Thema Technik vorantreibt, musste ich auch nicht.

00:21:26: Es ist ja immer die Frage wer hat welche Schwerpunkte?

00:21:28: Und wie stellt man eine Geschäftsführung auf?

00:21:30: der Herzberger, der fast fünfzehn- zwanzig Jahre mal Mitgeschäftsführer war Drucker, Druckingenieur hatte also quasi den ganzen technischen Part dann auch in seiner Verantwortung.

00:21:44: Insofern war das an der Stelle richtig gut aufgehoben.

00:21:50: Was man bei meinem Vater aber nicht verkennen darf, war dass er natürlich ein Zeitungsmann war, der ja Technik-, Drucktechnik-Innovationskraft in diesen Dingen hatte.

00:22:02: Aber wir haben uns als Zeitung entsprechend entwickelt Mit Inhalten, mit Konzepten und Innovationskraft.

00:22:11: Und das ist immer auch eine Teamleistung mit Chefredaktionen, mit der Gesamtredaktion.

00:22:18: Wo dann auch die Ideen herkommen.

00:22:19: aber mein Vater war da natürlich auch jemand, der solche Dinge gepusht hat und auch das Thema Innovation nicht nur auf den Bereich Technik fokussiert hat.

00:22:30: Die Punkte, die sie genannt hatten sind natürlich richtig.

00:22:33: vor fünf Jahrzehnte her, vor fünfzig Jahren waren wir glaube ich Der dritte Verlag, der den Fotosatz eingeführt hat.

00:22:43: Die Nordwestzeitung in Oldenburg, die Bildzeitungen und wir waren da die Pioniere.

00:22:48: und in den Folgejahren... Pilgarten dann Herrscharen von Verlagsmanagern nach Heilbronn sicher auch nach Oldenburg, um sich das anzugucken wie das Ganze denn funktioniert und wie man es macht.

00:23:01: Wie man die Leute umschult... Also das war schon

00:23:05: eine Bedeutung.

00:23:06: In welcher Redaktion oder welchen Verlag müsste man heute pilgern in Deutschland?

00:23:16: muss ich nachdenken.

00:23:17: Also was natürlich schon stark ist, das ist aber eine andere Liga.

00:23:22: Das ist die Süddeutsche Zeitung wie diese sich in den letzten zehn Jahren vor allem in den Letzten fünf Jahren digitalisiert hat und zwar nicht nur in ihrer Grundstruktur der Redaktion also nicht diese Zweiteilungen hat wie es zum Teil auch noch in großen Redaktionen ist hier sind die online hier sind die Printredakteure, sondern das Ganze als Einheit zu sehen.

00:23:49: Aber vor allem auch mit den Produkten und der Denkweise digitale Produkte voranzutreiben.

00:23:56: Das ist aber natürlich eine Liga, mit der wir uns nicht vergleichen können von der Größe, von der Wirkkraft her.

00:24:03: Ich glaube schon dass wir was das Thema Digitalisierung angeht und zwar immer Aufholbedarf haben auf Branchenführer, aber bezogen auf die Größe, die wir haben.

00:24:18: Ich glaube ich, dass wir digital keinen schlechten Job abgeben.

00:24:22: Da ist noch viel Potenzial da – das ist richtig!

00:24:24: Das sind wir auch ganz stark dabei.

00:24:26: Auch ein wichtiger Punkt jetzt in unserer ganzen Unternehmensstrategie, die gerade dabei sind für die kommenden Jahre nochmal nachzuschärfen und zu konkretisieren.

00:24:37: Insofern Ja, kann ich jetzt keinen anderen Regionalverlag nennen?

00:24:43: Wo ich sage, boah genau so wollen wir auch sein.

00:24:46: Das ist eher das Thema, dass wir uns immer wieder Dinge rauspicken die machen was klasse und schauen ob es bei uns auffunktionieren würde oder taugt.

00:24:58: Ist da der Austausch unter den Verlagen heutzutage offener als man es sich früher vorstellt?

00:25:04: weil er kannte hat Dass uns Silo wissen, bringt mich dann auch nicht arg weiter.

00:25:10: In dem Wettbewerb und in der Lage wie sich die Medienindustrie und Wirtschaft unter Journalismus gerade befindet und sich stellen muss?

00:25:23: Definitiv!

00:25:26: Die Offenheit sich auszutauschen Die ist vor allem auch in Baden-Württemberg eine ganz andere als vor zwanzig Jahren, wo dann viel stärker der gegenseitige Wettbewerb zu der Hemschuhe war.

00:25:39: Nee ich lass mir nicht in die Karten gucken!

00:25:43: Der Wett Bewerb ist heute nicht der Nachbarverlag sondern der Wett bewerb es heute Social Media Facebook all das was an Internetaktivitäten und medialen Digitalen, der zugekommen ist.

00:26:01: Das ist unser Wettbewerb – und vor allem natürlich auch im Geschäftlichen, weil letztendlich das ganze Thema Online-Werbung völlig verschlafen hat, sodass da die ganzen Googles die Werbemilliarden jetzt absahen.

00:26:22: Und das Thema ist ja bekannt mit Sitz in Irland und niedrigen Unternehmen steuern, wenn sie dort überhaupt was bezahlen – das sind die Themen.

00:26:33: Insofern der Nachbarverlage ist nicht der Konkurrenz sondern es tatsächlich die Big Five aus den Graphas aus den

00:26:40: USA.".

00:26:43: Wenn man sich das Haus anschaut, so ihre Familie war immer präsent.

00:26:48: Werner Distelbart war Chefredakteur.

00:26:50: Ja.

00:26:51: Ihr Onkel Hagen hätte eigentlich ... ist dann im Krieg gefallen, das Haus führen soll und ihr Vater hat das gemacht.

00:27:01: Und wenn ich richtig informiert bin, hat ihr Vater das auf sie und ihre drei Schwestern irgendwie verteilt?

00:27:08: Genau!

00:27:09: Genau.

00:27:10: Wie fällt dann in so einer Familienkonstellation eine Entscheidung?

00:27:15: Wie habt ihr das organisiert,

00:27:18: weil operativ

00:27:19: oder so sind nur Sie ...

00:27:21: Und meine Nichte

00:27:22: jetzt die nicht hier genau, aber ihre Schwestern nicht.

00:27:24: Genau.

00:27:24: Alicia Ladenburg ist älteste Tochter meiner älteren Schwester Liane.

00:27:31: Also meiner ältesten Schwester Liane.

00:27:35: Insofern sind wir zwei aus der Familie, die hier aktiv sind.

00:27:40: Meine Nichte leitet den Bereich Business Development und Unternehmensstrategie und kümmert sich vor allem auch um die Frage digitale Transformation.

00:27:51: welches Portfolio müssen wir aufbauen?

00:27:54: Wie müssen wir aber auch unsere Organisationen und unsere Führung verändern um das, was der digitale Markt an Produkten fordert auch tatsächlich in der Geschwindigkeit hinzukriegen.

00:28:07: Insofern ist da tatsächlich Familie mit dabei.

00:28:11: Wir hatten gestern unsere Gesellschaftsversammlung einmal im Jahr Alle, die von meinem Großvater sich ableiten – Cousine, Cousins.

00:28:21: Wir sind vierzehn Gesellschafters aber es ist klar, die Mehrheit liegt bei mir und meine Schwestern sind da ganz eng mit mir auch dabei und das ist eine Familienzusammenarbeit.

00:28:38: Die Gesellschaft auf Versammlung ist eigentlich immer ein Familienfest die Möglichkeit, als Familie zusammenzukommen.

00:28:44: Natürlich über das Geschäft zu sprechen dafür trifft man sich und präsentiert Zahlen und die entsprechenden Entscheidungen fallen.

00:28:51: aber ansonsten ist es einfach ein familiärer Austausch der hervorragendes.

00:28:56: Und Ihre Kinder interessieren Sie?

00:28:59: Interessieren Sie sich fürs Business, für die Branche

00:29:01: etc.?

00:29:03: Für das was wir als Familie tun definitiv.

00:29:06: Die älteste Tochter, die studiert Medizin, hat sich für die klare Ausrichtung Ärztin zu werden entschieden und die mittlere Tochter hat jetzt gerade Abitur gemacht und ist vor der Studienwahl.

00:29:20: Und der Jüngste ist fünfzehn und kommt jetzt in die zehnte Klasse.

00:29:25: Macht bald sein erstes Praktikum hier im Haus oder hat er es schon hinter sich?

00:29:28: Nee, hat er noch nicht gemacht.

00:29:30: Hatte

00:29:30: noch vor sich.

00:29:31: Wie kommt bald?

00:29:32: Ja,

00:29:33: genau, nächstes Jahr.

00:29:34: Ähm

00:29:35: ... Jetzt ist die Alessia mit drin.

00:29:39: Mhm.

00:29:40: Waren Sie da happy, dass sozusagen die nächste Generation irgendwie auch hier erste Wurzeln schlägt und das da die Familientraditionen hier im Haus weitergeführt

00:29:53: wird?

00:29:54: Definitiv!

00:29:54: Das war also ne ... Eine tolle Nachricht.

00:30:00: Sie hat ja ihre berufliche Laufbahn hier nicht begonnen, insofern bringt sie sehr viel Kompetenz von anderen Arbeitgebern mit wo sie ...

00:30:10: Bei Ihnen aber auch so?

00:30:12: Also zumindest ganze Erfahrungen drauf?

00:30:14: Ja, aber das war bei mir insoferen reduziert die sonstige Erfahrung weil dann Auch das Thema Übergabe, mein Vater war Ende sechzig und wollte auch übergeben die Nachfolge an mich.

00:30:33: Da hatte ich nicht die Gelegenheit jetzt über mehrere Jahre hinweg in anderen Verlagen reinzuschnuppern.

00:30:40: Und meine Nichte, die war im Messebereich tätig hat sich dort ihre Spuren verdient ihre Berufserfahrung erworben und auch mit klaren Konzepten, in der Vermarktung, in Themen wie gehe ich an Kunden ran.

00:30:57: Das ist ein toller beruflicher Hintergrund den sie damit bringt.

00:31:01: Und ansonsten zusammen mit Herrn Becker – das ist ja mein Mitgeschäftsführer, der vor allem für die Marktbereiche und für die IT zuständig ist – bilden wir auch unterschiedliche Generationen ab.

00:31:13: Alessia ist Mitte dreißig, Herr Becker Mitte vierzig und ich bin Ende fünfzig.

00:31:18: Also das heißt es tut auch gut in der Diskussion dass da unterschiedliche altershindergründe auch mit dabei sind.

00:31:29: Sie sind sechsundsechzig äh siebenundsechszig.

00:31:32: so in Halbronn geboren Familie hat die Wurzeln Löwenstein im Weinberg.

00:31:39: Was ist ihre allererste vielleicht sogar körperliche oder sinnliche Erinnerung hier an die Stadt Halbron?

00:31:46: Geruch, ein Ort, ein Geräusch.

00:31:48: Ein Ausflug zum Weihnachtseinkauf mit den Eltern?

00:31:50: Ja, Einkaufen klar!

00:31:52: Also Kleidung einkaufen... Klar man es gab zwar im Quelleversand aber ansonsten war das Thema Einkaufen physisch vor Ort und wenn der Junge gewachsen ist.

00:32:06: Ihr habt auch in Löwenstein gelebt als Familie?

00:32:08: Ja genau, bei Löwensteinen Rittelhof also unten im Tal neben Thäuserbad.

00:32:16: Also einkaufen, Kleider, Alltagsdinge waren natürlich in Halbronn.

00:32:21: Und das war insofern dann immer die Reise nach Halbron und dann eben das Thema einkauen.

00:32:27: So eine ganz frühe Erinnerung hab ich da jetzt nicht konkret dran.

00:32:32: Aber es war immer so ein

00:32:33: bisschen ... Ist als Jugendlicher öfter ne Halbronne weg oder gar nicht?

00:32:37: Ja zum Tanzkurs natürlich aber die Busverbindung war schlecht.

00:32:40: Bobbel?

00:32:41: Nee,

00:32:44: Föh!

00:32:45: Die Busverbindung war schlecht.

00:32:46: Und wenn man dann samstags beim Übungshand zwar, der bis ... ich weiß nicht wahrscheinlich, zwanzig Uhr oder dreinzwanzig Ohr ging, dann musste halt irgendeiner der Papas und Mamas aus dem Weinsberger Tal fahren.

00:33:01: Das war halt damals so.

00:33:04: Waren sich mehr Weinbergkind als Stadtkind?

00:33:08: Also Landkind ja, Weinberg.

00:33:12: Ich kann Wängerts schneiden, das haben wir als Kinder gelernt.

00:33:18: Apfelbäume schneiden habe ich nicht gelernt, Rosen schneiden ja ... Aber für mich war das Thema Landwirtschaft nie etwas, wo ich dachte, wow, das möchte ihr unbedingt mal später vertiefen oder machen.

00:33:33: anders bei meiner Schwester Annette die er dann auch den Betrieb übernommen hat und Und auch kräftig ausgebaut hat mit Wein und Obst.

00:33:44: Auch anders als meine jüngere Schwester Katja, die in Slowenien Weingut mit ihrem Partner zusammen aufgebaut hatte.

00:33:51: Okay ... Hat sie nie so gereizt?

00:33:53: Das Schreibtisch war... Ja,

00:33:54: das Schreibtische.

00:33:57: Ich war dann tatsächlich ihr der Stubenhocke und ich derde die ganze Zeit draußen war und in der Natur viel gelesen.

00:34:06: Gibt es so aus Ihrer Erinnerung einen ... Ob es in Heilbronn war oder da im Weinsbergertal, den es heute nicht mehr gibt.

00:34:13: Den Sie vermissen, wo sie öfter waren?

00:34:21: Spontan fällt mir keiner

00:34:22: ein.

00:34:24: Dann haben Sie zum ersten Mal begriffen, dass die Zeitung, die morgens im Haus lag, Ihre Familie ist?

00:34:31: Das habe ich sehr früh begriffen.

00:34:35: Jetzt weiß ich nicht mehr, ob das meine eigene Erinnerung ist ... Oder weil's meine Eltern häufig erzählt haben und ich jetzt denke, am Frühstückstisch gesessen haben und konnte noch nicht lesen.

00:34:51: Und war total traurig darüber, dass ich noch nicht Lesen konnte, weil ich wollte doch unsere Zeitung

00:34:57: lesen.".

00:34:58: Das waren natürlich auch eine schöne Motivation, dann irgendwann mit Buchstaben anzufangen ... Dann

00:35:04: haben Sie die Zeitung auch gern gelesen?

00:35:06: Als wir dann lesen konnten oder waren eher ... Weiß nicht, Karl-Mai Comic?

00:35:10: Irgendetwas anderes Interessanter.

00:35:13: Ja also klar der Anfang war die Kinderseite.

00:35:18: Da durfte man damals als Kind und das ist heute auch noch so eigene Artikel oder Aufsätze einreichen.

00:35:24: Damals gab es dann fünf D-Mark als Honorar für die Kinder, nicht weil ich der Verlegersohn war.

00:35:32: Sondern das hat jeder gekriegt, wo er es veröffentlicht wurde oder Bilder einreichen.

00:35:36: Das gibt's heute auch noch.

00:35:39: Das war schon der Einstieg für mich.

00:35:42: und dann vor allem über den Sport.

00:35:43: Klar Bundesliga-Weltmeisterschaften ... Also das war dann als Jugendlicher eher das Thema.

00:35:50: aber da nimmt man natürlich auch beim Blättern die anderen Themen so en passant mit.

00:35:54: Und wenn man dann in den letzten Jahren verbreitet sich auch das Spektrum von Interessen.

00:36:01: Wir hatten immer den Spiegel zu Hause, wir hatten die Zeit zu Hause ... Also da war immer die Möglichkeit, sich sehr breit zu informieren und auch pluralistisch zu informiert zu gucken, wer geht an welche Themen wie ran?

00:36:18: Und haben Sie da irgendwann so die Unterschiede in der Ausrichtung der Zeitungen bewusst wahrgenommen bei dem ...

00:36:26: Also vor allem jetzt Spiegel gegen Zeit, das war damals und es heute ja immer noch macht durchaus einen Unterschied von der Rangehensweise im Journalismus auch von der Sichtweise.

00:36:39: Das habe ich sehr bewusst wahrgenommen und auch durchaus immer wieder kritisch hinterfragt ob das dann alles so richtig ist.

00:36:48: aber das ist einfach Zuge des eigenen Wertens ist es klar, da befasst man sich damit.

00:36:58: Ich habe mir mal erzählt also dass sind Typing mit Juba angefangen haben im Studium?

00:37:04: Ist nicht ganz greifen konnten aber ordentlich wie sie sind die Zwischenprüfung noch durchgezogen haben.

00:37:08: Wie viel Tilman Diskelbart steckt denn in diesem Satz

00:37:13: Den Sie gerade gesagt haben.

00:37:15: Ja, das ist schon ... Wobei es nicht nur die Zwischenprüfung war.

00:37:19: Ich hab danach noch weitergemacht und hatte umgeschwenkt aufs Doppelstudium JuraBWL Anfangs nur, um zu schnuppern ob die BWL vielleicht mehr mehr geben kann.

00:37:30: Und ich war dann im Hauptstudium jura noch unterwegs mit einem großen zivilrechtsschein und ich glaube ich habe beim großen strafrechtsscheinen irgendwann geschlossen.

00:37:39: Das macht so keinen Sinn die Doppelbelastung.

00:37:44: Und dann war für mich auch klar, dass ich ein Jahr ins Ausland gehen möchte und das ich wahrscheinlich nicht nach Tübingen zurückkehre.

00:37:52: Dann hatte ich mir das offengelassen bis zum Vordiplom BWL das Doppelsstudium weiterbetrieben und bin aber nach Frankreich gegangen für einen Jahr und dann nach Oldenburg zurückgekehrt, aber eben nicht in einem Dopplestudium Aber in ein BWL-Studium mit juristischem Schwerpunkt, was es in Oldenburg gab damals gibt's heute natürlich auch in vielfacher Prägen.

00:38:18: Das war damals durchaus etwas Neues und hab dann wenn man das durchrechnet im Schnitt die Hälfte meines Diplomens mit Jorahinhalten gemacht.

00:38:28: Insofern konnte ich quasi beide Welten ja auch im Studium dann vereinen.

00:38:32: Wenn wir das Oldenburger Studium zu seiner Zeit damals auch hätte in Heilbronn wahrnehmen können Wäre das eine Option für Sie gewesen oder auf gar keinen Fall?

00:38:43: Also, für mich persönlich nicht.

00:38:45: Weil es schon das Thema war ich möchte ein bisschen Deutschland entdecken.

00:38:49: die Welt entdeckt.

00:38:50: deswegen das Jahr in Frankreich und dann möglicherweise auch zurückkehren aber eben schon ein Stück weit zu schauen.

00:39:01: Was bietet Deutschland?

00:39:03: Ich war in Tübingen, ich war in Oldenburg auch ganz bewusst im Norden Deutschlands um einfach eine ganz andere Ecke von Deutschland kennenzulernen.

00:39:11: Ich war dann nach dem Studium ein Jahr in Berlin beim Tagesspiegel als ganz normaler Redaktionsvoluntär.

00:39:17: Auch eine tolle Erfahrung.

00:39:19: ein Jahr, in den Berlin fünfundneunzig sechsund neunzig gelebt zu haben mit der Riesenbaustelle Potsdamer Platz die gerade begonnen hat Und die ganze Veränderung, Hauptstadtthematik Berlin.

00:39:36: Also ein Stück weit ... Die Welt zu entdecken indem man einfach auch woanders Teile des Studiums macht halt ich für durchaus bildend und auch in der Findung des eigenen selbst für hilfreich.

00:39:53: In Frankreich waren sie in Rouen?

00:39:56: Dann waren sie noch in München nach Berlin.

00:39:58: Genau, drei Monate bei der Abendseitung?

00:40:02: Wie haben Sie da nach all den Stationen hier weg von Heilbronn die Stadt von Außen wahrgenommen vermisst oder froh gewesen sein ... Das waren ja auch Metropolen dabei durchaus.

00:40:16: Jetzt vielleicht nicht, aber mit einer ganz anderen Kultur und einem ... Lebensflair, eine Atmosphäre stelle ich mir vor zumindest die eine andere war als man sich hier aus Heilbronn kannte.

00:40:28: Ja aber das alles zu seiner Zeit es waren natürlich Perioden die geprägt waren vom Studium in Berlin von der Arbeit als Volontär und die nächste Station war dann einfach hier bei der Heilbronner Stimme zu beginnen und den Staffelstab übergeben zu bekommen.

00:40:47: insofern die klare Ausrichtung.

00:40:50: Das ist natürlich Heilbronn.

00:40:51: Und was ich damals ...

00:40:54: Da kam nie so auf, ach ... Nee?

00:40:57: Wär das Hochhaus vielleicht in einer anderen Stadt und

00:41:00: würd's

00:41:01: mir noch leichter fallen?

00:41:02: Nein, nicht wirklich.

00:41:04: War ja auch damals eine Aufbruchsstimmung in Heilbronnen, Gestaltungsoffensive Innenstadt.

00:41:10: Die beiden Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat Harry Merkel und Thomas Strogel haben die ... Wesentlichen Weichen gestellt, Öffnung zum Neckar hin.

00:41:21: Die Fußgängerzonen neu dann kam Himmelsbach mit Stadtbahnen und also wirklich Dinge die Halbronn ganz grundlegend verändert haben.

00:41:30: es kam auch relativ früh der Gedanke auf man könnte sich vielleicht für größeres bewerben.

00:41:36: irgendwann war dann die Diskussion Bundeskantenschau.

00:41:39: also das waren immer finde ich flirrende Zeiten.

00:41:43: Und auch die Punkte, wo man sagt, Herr Halbronn ist nicht so schön und es könnten ein paar Kneiben mehr geben.

00:41:50: Das kam ja dann tatsächlich mit dem Ausbau der Studienplätze und den Möglichkeiten, die einfach die Öffnung zum Neckar hinergeben hat.

00:42:02: Voluntariat beim Seelösen-Tagespiegel, dann Boulevard bei der legendären Münchner Abendzeitung.

00:42:09: Was hat Ihnen der Boulevard beigebracht, dass du Tagesspiegel nie konnte?

00:42:15: Zum einen habe ich in den drei Monaten gelernt komplett anders zu schreiben.

00:42:21: Also quasi den Journalismusberuf nochmal ganz anders zu lernen weil es da mehr darum ging eine Geschichte zu erzählen.

00:42:29: das ist nicht per se oberflächlicher sondern das einfach eine andere herangehensweise zu sagen Ich hab ein Inhalt den ich transportieren möchte aber ich muss denn erzählen Ich muss seine Geschichte draus machen.

00:42:40: Ich muss das bunter machen, ich muss die Leute mehr

00:42:43: mitnehmen.".

00:42:44: Insofern ist es eine tolle Gelegenheit gewesen auch das eigene Schreiben neu zu erfinden oder einfach nochmal in einer anderen Spielart zu entwickeln.

00:42:56: Der Tagesspiegel natürlich sehr seriös und sachlich.

00:43:00: Damals war's auch so dass derjenige einen Artikel schreibt, nicht auch noch den Kommentar dazu schreiben durfte.

00:43:08: Sondern das muss sie jemand anderes tun!

00:43:10: Ich weiß nicht ob es heute noch so ist – das war damals ein eiserner Grundsatz.

00:43:14: Das fand ich ein bisschen befremdlich weil ich natürlich durchaus wenn ich mich in den Thema reingearbeitet hatte, den Wunsch hatte dann auch meine eigene Meinung zu präsentieren.

00:43:26: Natürlich getrennt im Kommentar, der Kommentarspalte.

00:43:32: Aber das waren so Punkte wo ich dachte ja da gibt's ganz viele Punkte die für mich richtig spannend sind und mir war klar dass ich wenn nicht bei der Halbbronner Stimme anfange jetzt nicht als Journalist anfange im Sinne von jetzt ersetze ich mal den Chefredakteur oder ich setz mich mal Tag in die Politik redaktion oder ins lokale und schreib da mal was?

00:43:54: Das ist klar, es ist eine Rolle die passt nicht Aber ich hatte auf jeden Fall dieses Rüstzeug mitbekommen und Sprache hat mich mein ganzes Leben lang fasziniert, dass mir klar war.

00:44:10: Ich kann journalistische Leistungen auch in meinen jungen Jahren durchaus bewerten und da auch auf Augenhöhe mit der Redaktion darüber sprechen was denn der richtige Weg ist und welche Themen im Grundsatz man neu angehen könnte.

00:44:28: Dann sieben neunzig zurückgekommen, den Waden übernommen.

00:44:31: Was war denn die erste schwere Entscheidung?

00:44:34: Die ganz alleine auf ihrem Tisch lag oder die auf ihrem Tisch lag?

00:44:38: und diese ganze alleine?

00:44:41: Man hat natürlich ein Team, man spricht sich ab.

00:44:43: Ja, wir hatten einen Team das richtig.

00:44:45: aber was ich auch tatsächlich alleine verantwortet habe, war damals ... Wir hatten eine kleine Akzidenzdruckerei mit einer Buchbinderei Und natürlich BWL-Studium als Hintergrund.

00:45:03: Man guckt sich die Zahlen an, die Entwicklungen an und da war mir klar das Thema Buchbinderei ist eins – das rechnet sich so nicht!

00:45:11: Das ist ein Service den wir anbieten für unsere für unsere Kunden, aber das ist nichts wo wir wirklich Geld damit verdienen.

00:45:19: und auch der Servicegedanke den hatte ich jetzt nicht so hoch bewertet dass ich gesagt habe ja das können wir mittragen.

00:45:26: Das war tatsächlich dann eine Entscheidung die wir getroffen haben oder die ich getroffen habe als Hauptverantwortlicher.

00:45:33: dass man die Buchbinderei schließen.

00:45:35: Ich weiß nicht, es waren wahrscheinlich zehn Mitarbeiter, die da ihren Arbeitsplatz zunächst mal verloren haben.

00:45:42: Manche haben wir dann in der Druckerei untergebracht.

00:45:46: Was heißt untergebracht?

00:45:47: Wir hatten da freie Stellen.

00:45:48: Das war auch damals der Aufbau der Druckerei.

00:45:52: Fünfundneunzig neu gebaut, neue Technik und da hat man durchaus auch Personalbedarf.

00:45:58: Und andere haben wir im Medienverkauf übernommen.

00:46:04: Also, das war die erste Entscheidung.

00:46:07: Es war damals ja auch so, dass mein Vater ganz konsequent war, weil er immer sagte ... Wenn du kommst, gibts drei Monate Übergang und dann bin ich weg.

00:46:17: Also, weg im Sinne von Du hast die Verantwortung und ich bin nicht irgendwo der Schattenentscheider.

00:46:25: Und es hat mein Vater auch sehr konsequent durchgehalten.

00:46:28: Nur nicht die drei Monate.

00:46:30: Das waren dreieinhalb Monate.

00:46:31: Okay.

00:46:33: Und bei der Entscheidung, Buchbinderei, Schließung.

00:46:37: Da gab es natürlich Versuche ... dass mein Vater angerufen wurde.

00:46:42: und ist das richtig?

00:46:43: Und setzen Sie sich doch bitte dafür ein!

00:46:46: Und da hat mein Vater ganz konsequent gesagt nein ich bin im Ruhestand Der Chef sitzt jetzt in meinem Büro Mein Sohn ist der Chef und er entscheidet

00:47:04: Gibt es denn heute so ein Essert, wie damals die Buchbinderei irgendwie?

00:47:13: Wir haben in den letzten Jahren aufgeräumt.

00:47:16: Weil wir durch die Corona-Pandemie aber auch durch das Thema Mindestlohn und die Mindestlohnsteigerungen an verschiedenen Stellen gemerkt haben dass die Geschäftsmodelle nicht funktionieren.

00:47:32: Das eine ist das Thema, dass wir uns vom Echo am Mittwoch verabschiedet haben.

00:47:36: Das Echo war ja über über zwanzig Jahre hinweg.

00:47:45: Es waren zwei Ausgaben – eine am MittWoch und eine am Wochenende.

00:47:50: Aber die Mittwochs-Ausgabe hat sich mit der verteuerten Zustellung nicht mehr gelohnt plus den Effekt, dass viele Werbe vor allem Beilagenkunden vom Mittwoch in Richtung Wochenende umgeschwenkt sind.

00:48:05: Das ist einfach eine Marktentwicklung und wir dann irgendwann gesagt haben da das Eichmann-Mittwoch rechnet sich nicht – Wir müssen es einstellen!

00:48:14: Und das zweite war auch die Entscheidung, dass wir unseren Briefdienstleister Regio-Mail verkaufen gab's Interessenten zugeschlagen im Sinne von wir verkaufen den Bereich, weil wir gemerkt haben dass wir es tatsächlich nicht für die Zukunft hinkriegen werden das wir daraus einen ertragsstarken Geschäftszweig machen.

00:48:43: Ich habe mir auch mal gesagt so im berufberuflichen Kontext sagen sie ich bin Zeitungsverleger und im Urlaub ich bin bei der Zeitung.

00:48:51: An das Statement oder Schutz?

00:48:53: Nee, ein Stück weit Schutz.

00:48:55: Einfach ja ... Ich muss nicht überall als Zeitungsverleger wahrgenommen werden, sondern wenn jemand sagt, was machst du so im Urlaub?

00:49:04: und ich bin bei der Zeitung, je nach Gesprächsverlauf ergibt es sich, dass man mehr erzählt oder halt auch nicht

00:49:10: ... Sie selbst schreiben bewusst nicht selbst in der Zeitungen.

00:49:16: Im Prinzip der Delegation fällt Ihnen das leicht.

00:49:19: Also sie schreiben gerne oder haben zumindest mal ... gerne geschrieben, wenn man zu Springer schaut.

00:49:27: Der Herr Döpfner erscheint immer mal wieder als Autor oder Interviewer aktuell jetzt mit Alex Karp von Palantir

00:49:35: Jukts

00:49:36: manchmal?

00:49:36: Oder gibt es nicht manchmal so manche Interviews oder Leitartikel die vielleicht der Verleger schreiben könnte oder sollte?

00:49:46: Nein also Jetzt kann man sagen, ich hab mich dran gewöhnt.

00:49:49: Das ist so.

00:49:50: es, weil ich ja jetzt lang genug dabei bin.

00:49:52: Aber auch in den Anfangsjahren war das für mich nicht die Option, dass sich selber anfangen zu schreiben.

00:49:58: Es hat was damit zu tun ... Dass die Redaktion für sich publizistisch natürlich eine Einheit bildet und ein Expertenkreis ist.

00:50:11: Und selbstverständlich bin ich der Chef.

00:50:16: Aber nach meinem Verständnis muss ich daraus jetzt nicht ableiten, dass ich dann auch mal ein Leitartikel übernehme oder eine Interview für.

00:50:25: Gerne stehe ich zur Verfügung wenn es irgendwelche Fragen gibt die die Branche betreffen und wir hatten das letzte Woche bei der Frage an welchen Stellen die Bundespolitik sehr stark in die Wirtschaftskraft der Verlage und Medienunternehmen eingreift.

00:50:46: Da geht es um das Thema Minijobs, da geht's um das thema Mindestlohnsteigerung und andere Punkte.

00:50:54: Dann stehe ich gern auch für Aussagen und für ein Statement zur Verfügung aber ansonsten selbst schreiben muss ich nicht.

00:51:03: Was macht Ihnen nach fast dreißig Jahren in und an diesem Job am meisten Spaß?

00:51:08: Und was nervt inzwischen höllisch was vielleicht am Anfang gar nicht so nervig war.

00:51:15: Also nerven?

00:51:17: Das kann ja auch sein, dass ich beim Homeoffice eingeführt wurde und man nur noch die halbe Belegschaft hier sieht... Am Kaffee weniger Austausch passiert durch...

00:51:26: Ja, aber das ist ja nerven.

00:51:28: Er geht ja auch viel verloren?

00:51:30: Genau!

00:51:30: Also da habe ich durchaus eine eher kritische Meinung dazu, dass das Thema Homeoffice nicht überschrabaziert werden darf weil der Kreativität und Austauschen-Kommunikation verloren geht, dass neue Mitarbeiter nicht richtig angebordet werden wenn sie selber im Homeofficing oder die ganze Abteilung, wo sie sitzen im Homeoffice ist.

00:51:50: Das Thema Unternehmenskultur kann man in der Form nicht pflegen wenn die Alwe Belegschaft zu Hause sitzt.

00:51:59: Wir haben eine Regelung mit zwei Tagen die Woche hinein mit vierzig Prozent und dann ist die Frage wie man das spielt also maximal vierzig prozent.

00:52:09: andere Unternehmen haben es schon zurückgeschraubt.

00:52:13: Ich weiß nicht, wie es bei uns sein wird.

00:52:14: Das ist im Moment keine aktuelle Debatte.

00:52:18: Aber das ist jetzt nichts, was mich nervt, sondern wo ich einfach eine Meinung dazu habe und wo ich gemerkt hab, dass in der Corona-Pandemie, wo das natürlich wichtig und hilfreich war aber auch durchaus ... sich positive Dinge entwickelt haben.

00:52:36: Es ist durchaus effizient, nicht zu jeder Sitzung nach München, Stuttgart und sonst wie zu fahren sondern das auch tatsächlich mal über Teams zu machen.

00:52:44: aber dort wo es offen kreativen Austausch ankommt und auch auf das Zwischenmenschliche da ist glaube ich das persönliche Gespräch das sitzt dann einem Tisch der die Kaffeepause genau das wo auch nochmal Substanz mit dazu kommt.

00:53:00: ansonsten muss ich ehrlich sagen Ich habe mich nervt, die zunehmende Bürokratisierung und dass es immer die Versprechen gibt.

00:53:08: Dass man das abbaut aber irgendwie man merkt nichts davon bin ich mal gespannt.

00:53:13: Die neue Landesregierung Öztemir und Hagel hat ja Das Thema Berichtspflichten haben sich vorgenommen, dass die abgeschafft werden.

00:53:23: Und dann muss man quasi erst mal nachweisen, dass man den Berichtern doch braucht.

00:53:28: Da warte ich jetzt mal drauf.

00:53:29: Ich habe auch nicht wirklich im Blick welche Berichtspflichten landespolitisch vorgegeben sind und was von der Bundespolitik kommt.

00:53:40: Also das ist das Thema, was zunehmend

00:53:44: Aber das nervt wahrscheinlich alle Branchenweise, alle drunter leiden und jetzt nicht

00:53:48: ... Und es hat auch nichts mit dreißig Jahren zu tun.

00:53:50: Sondern dass ist einfach eine Entzunahme.

00:53:54: Und ansonsten was an meinem Alltag, an meinem Beruf fasziniert.

00:54:02: Es ist einfach die Vielfalt jeden Tag etwas Neues.

00:54:06: Ich mein klar in der Zeitung steht jeden Tag was Neues auf stimme.de über den Tag mehrfach was Neues, also immer mit neuem zu tun haben.

00:54:16: Und das hält fit, flexibel ... Das ist wunderbar!

00:54:23: Mhm.

00:54:26: Ihr Haus im Zahlen so ein bisschen?

00:54:27: Achtzig Jahre dieses Jahr?

00:54:29: Ja.

00:54:29: Ähm, dreiundinzig Prozent Markternteil, vierhundertachzig Mitarbeiter, zweihunderttausend Lehende pro Ausgabel roundabout.

00:54:38: Ja.

00:54:40: Das eine enorme unternehmerische Leistung der Familie.

00:54:43: Zugleich musste sich die Branche neu justieren.

00:54:48: Nach den Spitzenauflagen, neunzigern und achtzigern vielleicht noch ... Wie seid ihr das angegangen?

00:54:55: Wie habt ihr es geschafft und Sie den Laden halbwegs stabil oder gar nicht halbwegstabil zu halten?

00:55:03: Und auch im Vergleich zur anderen vielleicht...

00:55:06: Also wir profitieren natürlich davon, dass wir in der Region leben, die eine Zukunftsregion ist die in den vergangenen zwanzig Jahren wirtschaftlich unglaublich zugelegt hat.

00:55:19: Der Verleger der Pforzheimer Tageszeitung hat weniger Spaß?

00:55:22: Ja, oder Verlegers im Osten Deutschlands oder in Strukturschwachengebieten wo einfach nicht das passiert was hier in Halbronn passiert und zwar im Bildungsbereich in der Ansiedlung.

00:55:33: ich denke damals als Bosch sich angesiedelt hat Als die Getrag kam der Ausbau der Schwarzgruppe Audi Auch wenn jetzt gerade die Wolken etwas dunkel sind über Audi, aber der ganze Bereich all die Dinge, die da entstanden sind und auch das Wachstum.

00:55:58: Das ist natürlich schon stark in der Vergangenheit zu sehen und wenn ich in den Zukunft blicke wird es ja nicht aufführen.

00:56:05: Was wir vorhin hatten, die Zukunftsperspektiven für Halbronsen hervorragend vor allem im Bildungsbereich, also in anderen Segmenten als das was in den vergangenen zwanzig Jahren sich wirtschaftlich entwickelt hatte.

00:56:18: Insofern sind wir natürlich in der Region mit Wachstum in der Vergangenheit und weiteren Wachsumschancen für die Zukunft Und ich glaube dass wir da schon schauen das Beste draus zu machen.

00:56:31: Natürlich publizistisch auch.

00:56:33: Das sind ja spannende Themen die man aufgreifen kann wo man eine wichtige Funktion hat im Sinne des Themas Pressefreiheit, unabhängige Presseinformation und die Bürger mitzunehmen bei diesem Weg.

00:56:51: Auch kritisch mitzonehmen also mit kritischer Berichterstattung.

00:56:56: Der Punkt ist glaube ich dass wir uns diversifiziert haben breiter aufgestellt haben einfach als Medienunternehmen Mehr sind als vor dreißig Jahren die reine Tageszeitung.

00:57:12: Und das Digitale sehr früh auch als Schwerpunkt entdeckt hatten, also ja klar, neunzigundertzechsundneinzig, das ist jetzt tatsächlich dreizig Jahre her war die Unterlandschau, hieß es damals noch und da waren wir mit dem ersten Auftritt von Stimme D. Das gibt es auch noch irgendwo als Ausdruck, weil die Technik ist jetzt so nicht mehr greifbar.

00:57:34: Aber was hat man das Internet noch ausgedruckt?

00:57:36: Wir haben's quasi archiviert und den Zugriff konnte man irgendwie nicht greifen.

00:57:41: Ich weiß nicht aber auf jeden Fall wie das damals aussah herrlich.

00:57:47: Also immer geschaut dass wir im Digitalen nach vorne denken und innovativ sind Und letztendlich hilft natürlich auch das Thema Automatisierung, Digitalisierung und in Zukunft noch viel stärker KI.

00:58:03: Und zwar durchaus in der Kontinuität wie beispielsweise die Einführung von Microsoft Word, Excel

00:58:12: usw.,

00:58:13: den Alltag erleichtert hat.

00:58:18: Diese Programme haben manuelle Arbeit, mühsame manuelle Arbeiten übernommen.

00:58:23: Weil sie einfach Dinge automatisch machen, Serienbriefe also kleine Beispiele und das wird mit dem fortschreiten Einsatz von KI natürlich nochmal vehement zunehmen so dass wir schon mit weniger Leuten unterwegs sind und auch sein können.

00:58:45: Weil einfach die technologische Entwicklung das auch so ermöglicht und für den Redakteur gedacht bedeutet, dass es sehr viel mehr Möglichkeiten gibt sich auf die eigentliche Recherche.

00:59:01: Auf den eigentlichen Job zu konzentrieren und mit einer entsprechenden professionellen Anwendung von den ganzen Tools das mal das Routine-Geschäft zu erleichtern und Zeit zu haben für was den Journalisten eigentlich ausmacht.

00:59:19: Ihr Motto ist dem heute einen Schritt voraus?

00:59:21: Ja.

00:59:22: Worauf sind Sie denn am meisten stolz, wenn es hier um den Verlag geht?

00:59:30: Ich glaube dass wir erst geschafft haben... Das ist jetzt fünf Jahre her zum siebzigsten Geburtstag der Belegschaft eine Vision zu geben, die haben wir ja gemeinsam entwickelt.

00:59:48: Achtzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zwei Tage Kreativworkshop und am Ende war dem heute einen Schritt voraus das klare Votum.

00:59:58: Wir haben quasi alle möglichen Dinge diskutiert festgehalten konzentriert und kondensiert.

01:00:07: Wir haben dann die Vision formuliert, auch die Leitsätze.

01:00:12: Wir sind ein Familienunternehmen mit Herz und Leidenschaft.

01:00:16: Wir verbinden die Region und vernetzen sie mit der Welt.

01:00:19: das zweite Satz und das dritte wir sind unverzichtbar im Dienste der Demokratie aber auch gerne im Alltag von unseren Lesern und Kunden.

01:00:30: dass wir darüber zusammen auch mit unserer Markenstrategie, mit dem Design-Stimme Mediengruppe als übergeordnete Marke, das war da eine Orientierung gegeben haben.

01:00:44: Unternehmensstrategien definiert, aufgeschrieben weiterentwickelt – es ist nicht so, dass mein Vater seit drei Jahren ohne Strategie unterwegs war natürlich aber eben nicht festgeschrieben, aufgeschrieben mit Mitarbeitern ausgearbeitet, Führungskräften ausgearbeitet.

01:01:08: Ich glaube das ist etwas unserer Belegschaft und unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitenden.

01:01:14: eine Orientierung gibt es gerade auch in den herausfordernden Zeiten.

01:01:19: wo geht denn die Reise hin für die Medienunternehmen?

01:01:22: Und dann auch zu sagen was wir wollen, wo haben wir die Schwerpunkte auch zu sagen, was wir nicht mehr wollen und einfach eine Ausrichtung, eine Richtung zu geben.

01:01:31: Mhm.

01:01:34: Das Haus, die Stimme der Verlagte, die Mediengruppe ist ein Geflecht aus Firmen, Druckzustellungen, Radio-Anzeigenblätter, Beteiligung.

01:01:44: sind sie inzwischen mehr Verleger oder Konzernmanager?

01:01:50: Konzertfamilienunternehmen ist schon klar.

01:01:51: Ja genau

01:01:52: ja.

01:01:52: also tatsächlich hab ich verbringen ... mehr Arbeitszeit mit den Beteiligungen als vorher, also in den letzten vor zehn Jahren beispielsweise.

01:02:07: Zum einen sind wir ja über die SWMH indirekt beteiligt beim Süddeutschen Verlag Klar, Süddeutsche Zeitung ist das Flaggschiff schlechthin in Deutschland.

01:02:20: Hat die FHZ abgehängt auch in der digitalen Auflage.

01:02:25: Da bin ich seit siebzehn Jahren im Gremium.

01:02:28: Ich bin jetzt Aufsichtsratsvorsitzender vom süddeutischen Verlag geworden.

01:02:32: Das ist schon eine Verantwortung, die ich da trage.

01:02:36: Ich habe auch total gern mit Respekt wahrnehmen aber auch mit großer Leidenschaft weil das einfach ja nochmal ne ganz andere Dimension ist und gleichzeitig aber auch zu spüren diese regionale Verwurzelung tut einfach auch richtig gut.

01:02:52: es ist kein Gegensatz sondern das ist so ein schönes Miteinander.

01:02:58: Dann sind wir jetzt letztes Jahr, haben wir uns mit twenty-fünf Prozent beteiligt bei der neuen Pressegesellschaft in Ulen.

01:03:06: Das ist der Verlag, der ursprünglich die Südwestpresse heraus gab und weiterhin gibt aber letztes Jahre die Stuttgarter Zeitung gekauft hat Stuttgarter Nachrichten, Schwarzwälder Boote.

01:03:16: Also die Zeitungsgruppe Stuttgart und in dem Zuge gab es die Möglichkeit sich in Ulmen zu beteiligen.

01:03:21: Die haben wir wahrgenommen sind insofern jetzt tatsächlich mit einem Viertel an einem der fünf größten Regionalverlage in Deutschland beteiligt und können da dann auch nochmal ja die Medienentwicklung in Baden-Württemberg mitgestalten Ja, nicht quasi darauf warten bis man übernommen wird sondern mitgestalten und auch die technologischen Entwicklungen nochmal mit einer großen Verlagsgruppe im Hintergrund.

01:03:55: Nicht nur beobachten, sondern Impulse geben natürlich schauen was gibt es für Entwicklungen?

01:04:02: Und dann zu überlegen ob das auch für die Halb-Bronner Stimme, für die Stimme Mediengruppe ... spannen, wer diese technische Lösung oder jene App auch mit einzusetzen.

01:04:16: Die Alperna Stimme ist die große einzige Zeitung in der Region.

01:04:21: Große Reichweite, Vertrauen, solide Basis.

01:04:25: Reizt sie da ein bisschen von dieser Basis aus... ... auch mal was Wildes Überraschendes publizistisch zu tun?

01:04:32: Oder ist Verlässlichkeit für ein Haus wie ihr das Höchste gut und man darf ja gar nicht zu... Experimentell unterwegs sein.

01:04:43: Also überraschend, das gerne verrückt ist glaube ich jetzt eher nicht.

01:04:51: und die Basis muss natürlich auch irgendwo sein dass man in einer Bewertung sagt es rechnet sich.

01:05:00: das heißt jetzt nicht dass man Risiko aber wer es ist und gar nichts tut sonst wäre mal jetzt nicht da wo wir sind.

01:05:07: Aber das muss immer ein Stück weit solide sein.

01:05:11: wichtig war in den vergangenen Jahrzehnten, aber für die Zukunft glaube ich noch viel mehr in der digitalen Welt.

01:05:17: Dass wir eine Datenbasis haben über wie sind die Zielgruppenstrukturier zur demografischen Interessen?

01:05:29: Dass wir auch die Möglichkeiten nutzen bei wahrung jeglichen Datenschutzes natürlich diese Daten auch auszuwerten, auszuspielen und zu sagen ja unseren Lesern.

01:05:42: Wir können unseren Lestern auch sehr viel stärker personalisierte Inhalte bieten weil wenn jemand sich beispielsweise nie irgendwo für keine Ahnung L-Hofen interessiert hat, weil er einfach nicht wohnt dann brauchen wir ihm jetzt keine Regionalberichterstattung für eine Gemeinderatssitzung in L- Hofen bieten es sei denn es passiert in der L- Hof natürlich irgendwas größeres.

01:06:04: Also da Daten basiert auch unterwegs zu sein, Interessen und damit auch die Möglichkeit zu haben im digitalen breiteres Publikum anzusprechen.

01:06:15: Und auch Spezialinteressen besser anzusprechen als wir das mit dem Einheitsprodukt Tageszeitung gedruckt bieten können.

01:06:25: Wird es zum neunzigsten Geburtstag noch eine gedruckte Heilbronnerstimme geben?

01:06:29: Ja,

01:06:29: davon gehe ich aus!

01:06:31: Da würden Sie drauf wetteln.

01:06:34: Also sicherlich in einer kleineren Auflage.

01:06:37: Die Auflagenentwicklung ist klar, dass die jüngeren Leute nicht mehr zur gedruckten Zeitung greifen in dem Umfang wie früher und das spüren wir auch sehr deutlich.

01:06:47: aber ich glaube in zehn Jahren gibt es weiterhin einen Markt von Menschen die sagen Ich möchte gerne haptisch Und auch in dieser kompakten Form Das hat ein Anfang und eine Ende gibt's als e-Paper natürlich auch, aber auch gerade das haptische Erlebnis morgens zum Frühstück im Briefkasten zu haben.

01:07:09: Und solange dieser Markt da ist, wird man den bedienen

01:07:13: und weiterhin sechs Tage die Woche.

01:07:17: oder wäre es ... Oder muss man vielleicht sagen, Donnerstag bis Samstag irgendwann der Rest und alles andere online über ein QR-Code auf der ersten gedruckten Seite?

01:07:33: Weil's auch, also Zustellung ist ein Problem.

01:07:36: Das hatten sie ja vorher auch schon angerissen.

01:07:38: Es wären immer weniger Leute, Mindestlohn.

01:07:41: wird jetzt alles nicht günstiger dann auch ... Oder könnte sich so eine Lokalzeitung wie die Heilbronnerstimme leisten?

01:07:54: Wie die Zeit nur noch einmal gedruckt auszukommen und der Rest ist digital.

01:08:00: Darüber hab ich mir noch keine Gedanken gemacht.

01:08:03: Also auch, es gibt ja Versuche in Südthüringen.

01:08:12: In Sule erscheinen Montags nicht mehr.

01:08:16: Das ist ein bisschen Testlauf.

01:08:18: Natürlich hat das wirtschaftliche Gründe aber auch einen Testlauf zu schauen.

01:08:22: bekommt man ohne den Montag eine Attraktivität beim E-Paper hin.

01:08:27: Die Sportberichterstattung die eben nicht mehr gedruckt erscheint Das sind schon spannende Ergebnisse, die dort kommen positive Ergebnisse.

01:08:37: Aber für uns haben wir das jetzt gar nicht ins Auge gefasst.

01:08:41: Allerdings ... Ich will das jetzt nicht ausschließen für die Zukunft.

01:08:44: Wir müssen uns anpassen auf die lesige Wohnheiten von denjenigen, die bereit sind, für Journalismus Geld zu bezahlen und dann müssen wir, das ist unser Job, die passenden Produkte und Vertriebswege finden.

01:09:07: Schwerzester Tag Ihrer beruflichen Laufbahn, der Cyberangriff.

01:09:11: Nehmen Sie uns mal mit in diesen Morgen!

01:09:13: Wann haben sie begriffen?

01:09:15: Wie schlimm was für eine Dimension das Ganze

01:09:17: hat?!

01:09:19: Also ich habe nachts nach Druckende von einem Rotationsdrucker den Anruf bekommen auf dem Handy sinngemäß erdistelbart Da stimmt was nicht.

01:09:32: Ich habe eine ganz komische Meldung auf meinem Schirm, da war gerade dabei das Protokoll des Druckprotokolls zu schreiben.

01:09:39: Ich lese ihn mal vor in Englisch und dann war klar, dass es ein Cyberangriff

01:09:44: ist.

01:09:45: War Ihnen sofort klar oder stand da drin?

01:09:47: Ich bin ein Cyber-Angriff!

01:09:50: Das war klar wie schlimm das ist.

01:09:53: Man hätte auch denken können das jetzt quasi nur der Bereich Rotation oder nur die Druckerei.

01:09:59: Unser IT-Leiter, unser damaliger, den habe ich dann als nächstes sofort angerufen.

01:10:04: Der hat sich sofort in die Systeme rein und gesagt ja... Das ist richtig schlimm!

01:10:09: Und das heißt es war fünf Minuten nach diesem Anruf war klar dass es richtig schlimm.

01:10:15: Und der war tatsächlich wohnte er in der Zerzilienstraße Also fußläufig von hier der Sierra gerannt und habe dann erst mal manuell die ganzen Systeme ausgeschaltet, um die weitere Verbreitung zu verhindern.

01:10:33: Das war auch gut, dass das schnell...

01:10:35: Also ein Glück, dass er in der Zizilienstraße gewohnt hat?

01:10:38: Ja ich hab immer ein bisschen damit kokettiert.

01:10:40: wenn ich dann gefragt wurde was ist eigentlich die wichtigste Voraussetzung um bei einem Cyberangriff einigermaßen unbeschadet.

01:10:46: Wenn jemand sagt ja der IT leider muss quasi im Haus wohnen Ja, hat man so nicht immer.

01:10:52: Aber das ist tatsächlich das Thema schnell und besonders zu reagieren.

01:10:57: Und der zweite Punkt war dann, dass wir haben eine Cyberversicherung.

01:11:05: Was uns nicht klar war, dass da nicht nur drauf steht, dass man Vierundzwanzig Sieben anrufen kann, sondern dass da auch jemand ans Telefon geht und sofort Bescheid weiß, aha ja Heilbronn, da steht mir Heilbron, Cyberangriff okay.

01:11:20: Ich habe hier drei Cyber-Expertenfirmen und ich klingel die jetzt mal an wer in der Lage ist sofort zu agieren.

01:11:31: Und das heißt wir hatten ab drei Uhr morgens also wohlgemerkte Anrufkamp irgendwann so viertel vor eins und um drei Uhr Morgens waren die Cyberexperten in München im Einsatz versucht, schnell zu verstehen wie unsere IT aufgebaut ist.

01:11:48: Wo die Schwachpunkte sind, die möglicherweise den Angriff begünstigt haben.

01:11:53: Was geht alles nicht?

01:11:54: Das war genau auch der Punkt.

01:11:56: Dann kann man ja rauslesen, wo ist denn der Angriff erfolgt.

01:12:00: und die waren dann am morgens um halb sieben ihren ersten Lagebericht gegeben.

01:12:07: Und dann gesagt gut Sie fahren jetzt her.

01:12:10: Dann sind sie, weiß ich, um zehn hier Und nachmittags, irgendwann, ich weiß nicht, sechszehn Uhr oder siebzehnt Uhr gab es den zweiten Lagebericht, wo Sie gesagt haben, gut.

01:12:20: Also, Sie rechnen damit, dass wir in drei Tagen wieder erscheinen können und das war auch so.

01:12:27: Die hatten quasi die Schadensaufnahme, die Möglichkeiten, die es gab, Backups aufzuspielen und darüber wieder in einen ... in einen EDV-Betrieb einzusteigen, hatten sie ausgelotet.

01:12:46: und aus ihrer Erfahrung.

01:12:48: Das war der Moment, wo ich innerlich einmal erleichtert war, weil die wussten was sie tun.

01:12:54: Und wenn die sagen in drei Tagen, dann kann es vielleicht vier oder fünf sein aber halt nicht irgendwie... Es ist alles tot!

01:13:03: quasi wochenlang warten, bis wieder irgendetwas geht.

01:13:07: Das war der Punkt, wo ich innerhalb von weniger als vierundzwanzig Stunden so ein bisschen wieder durchschnaufen konnte.

01:13:15: Und wie wichtig war es a, fürs Team Samstags diese Notausgabe machen zu können?

01:13:21: Wie schlimm war's für Sie, montags keine Zeitung zu drucken?

01:13:25: Das ist ja die Urangst von jedem Zeitungsmauer- und Verleger wahrscheinlich.

01:13:30: Also die Freitag ... Zeitung ist ja noch erschienen.

01:13:33: Das war ja dann Nachtdruckende und samstags konnten wir die Infrastruktur nutzen von der Bretterner Woche, die damals noch zu uns gehörte in Bretten weil sie nicht an der zentralen IT von hier hingen sondern die hatten quasi ein eigenes IT-System mit einem kleinen Redaktionssystem.

01:13:52: da ist einer hier mit dem kleinen Team rausgefahren und hat quasi im Layout von der von der brettener Woche diese Notausgabe produziert.

01:14:01: Die haben wir dann über die Verteilwege, Zeitungszustellung und Echo-Zustellungen in die Haushalte verteilt.

01:14:10: Klar, manche hatten es dann doppelt drin aber das waren eben die Veteilstrukturen, die da waren und die war auch voll nutzen konnten Und darin haben wir erklärt was Sache ist und waren damit einfach völlig transparent im Leser gegenüber dem Abonnenten gegenüber Solidarität und Zuspruch bekommen.

01:14:34: Das wird es so gemacht haben, aber vor allem auch wir haben Verständnis dafür bekommen dass das jetzt gerade einfach eine Miss-Situation ist und wir nicht das liefern können was wir tatsächlich sonst immer liefern.

01:14:47: Stimme.de war insofern nicht betroffen weil die Systeme separat und auch extern gehostet werden.

01:14:55: Das heißt wir konnten insoferen bei stimme.di publizieren Und wir konnten an dem Montag, an dem dann keine Zeitung noch nicht erschienen, konnten aber das E-Paper erscheinen lassen.

01:15:11: Wir hätten fast auch die Zeitungen produzieren können.

01:15:14: Aber in der Ausbelichtung sind die Seiten ... Wenn ich mich richtig erinnere, etwas schief dargestellt gewesen aufgrund eines Virus ... eines Virus Schadens.

01:15:30: Und das haben wir nicht rechtzeitig justiert bekommen, um dann wirklich sagen zu können ja, wir lassen die Mannschaft antreten und die Zusteller usw.

01:15:40: Deswegen haben wir gesagt ne, die Montagausgabe, das riskieren wir nicht ob man es noch hinkriegen.

01:15:44: und dann Dienstag sind wir wieder erschienen.

01:15:46: Aber erstmal nur mit einer Notausgab, also mit einer Einheitsausgaben über alle Lokalteile, die gleichen Lokalinhalte auch im Prinzip so ein Best-of von der Region.

01:15:59: Ist der Beruf gefährlicher geworden?

01:16:00: Also der, das Journalisten aber auch das Medienmachers vielleicht.

01:16:03: Zeibaingriffe, manche Journalisten werden bedroht jetzt vielleicht nicht aus ihrem Haus, aber kommt auch vor.

01:16:12: Merken Sie da was oder im Austausch mit Kollegen wie ist da so die...

01:16:19: Also gefährlicher, wenn ich mir überlege wie gefährlich es ist in anderen Ländern als Journalist zu arbeiten.

01:16:27: Und da will ich noch gar nicht mal Russland nennen, sondern bis vor einiger Zeit Ungarn die Türkei natürlich und auch im Prinzip jedes Jahr ... Aber

01:16:36: so gefühlt vor drei, vier, fünf Jahren wurde Paul Ronsheimer noch nicht eingekesselt auf einer Demo oder jetzt vor wenigen Wochen wird ja auch auf irgendwelchen Journalisten eingetreten?

01:16:49: Neu?

01:16:50: Ja, das ist in der deutschen Erfahrung neu.

01:16:53: Das macht tatsächlich Sorge und es ist leider auch ein Zeichen dafür dass die Wertschätzung für grundlegende demokratische Werte in der Bevölkerung schwindet oder in Teilen der Bevölkerungen schwindelt.

01:17:11: im regionalen stellen wir das in der Form nicht fest.

01:17:15: Was wir aber definitiv feststellen ist, dass der Ton rauer geworden ist in den letzten zehn Jahren.

01:17:21: Das hat eben viel auch mit der Unkultur im Social-Media zu tun und in Kommentarspalten vor allem dort wo es auch irgendwo anonym ist und jemand nur mit einem Nickname unterwegs ist.

01:17:32: Auch bei

01:17:33: den Leserbriefen oder?

01:17:34: Nee die Lesernbriefe.

01:17:35: Und

01:17:35: ein Reporter draußen auf der Straße?

01:17:39: Ja, auf der Strasse eher um das man dann angemacht wird Die Leserbriefe selbst, das müsste der Chefredakteur besser implik haben.

01:17:51: Ob da jetzt die beleidigende Inhalte oder unverschämt formulierte Leser Briefe zugenommen haben?

01:18:01: Was wir aber feststellen und es ist ganz spannend dass in den letzten fünf Jahren vielleicht auch sieben Jahren eher mehr Leser briefe bekommen also diese Plattform diese Zeitungsplattform der Leserbriefseite wesentlich aktiver genutzt wird, als es vor Jahren noch war.

01:18:24: Und obwohl es die ganzen Ausdrucksmöglichkeiten in Social Media gibt – da kann ja jeder publizieren auf Facebook und sonst wo alles Mögliche – sie müssen sich natürlich bei den Leserpriefen an ein paar Grundregeln halten, sonst wird's auch nicht veröffentlicht wenns beleidigend oder unverschämt formuliert ist.

01:18:43: Das sind Karte.

01:18:44: an die Regeln, muss man sich halten.

01:18:46: und also ich bin da funktioniert die Tageszeitung tatsächlich weiterhin als Plattform für Debatten.

01:18:56: Reuters und deren Journalistik-Institut in Oxford bringen jedes Jahr den Digital News Report raus.

01:19:03: Und der aktuelle sagt für Deutschland dass hier die regionalen Lokalzeitungen die zweitvertrauens wird nachrichten Marken des Landes sind.

01:19:15: Nach der Tagesschau, gleich mit heute vor der SZ-FAZ-Spiegel A macht sie das ein bisschen stolz.

01:19:23: Spüren Sie dieses Vertrauen hier in Heilbronn konkret?

01:19:26: und warum glauben Sie ist es so?

01:19:31: Also es gibt Teile der Bevölkerung, da spüren wir dieses Vertrauen nicht beziehungsweise umgekehrt.

01:19:36: Da spülen wir das.

01:19:37: das Vertrauen ist auch hier im Lokal.

01:19:41: Da hat sich durchaus was verändert durch die Parteipolitischen Entwicklungen, die wir haben in unserer Demokratie.

01:19:51: aber diejenigen, die am ganz fest auf der Basis von unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung So ein Begriff, der so gewaltig klingt oder auch so bisschen sperrig.

01:20:04: Aber das ist natürlich genau das was wir haben.

01:20:07: Wir haben eine unglaubliche Freiheit an Rechten und Entwicklungsmöglichkeiten Und es nennt sich Demokratie und diejenigen, die das verstehen und die daran glauben dass er so richtig ist Da ist der Zuspruch auch eher weiterhin groß.

01:20:21: Das ist allein Die Frage sind die Leute bereit für Qualitätsjournalismus zu bezahlen, das ist der Punkt an dem wir Medienunternehmen glauben dass da noch viel mehr geht in der Zukunft.

01:20:40: Das ist aber auch eine Entwicklung.

01:20:43: die hat sicher ins positive gedreht.

01:20:44: es gab ja auch früher die Musikpiraterie wo man dann einfach die Songs irgendwie kopiert hat und in irgendwelchen ja eigentlich illegalen Tausspörsen geteilt hat.

01:20:55: und dann kam mir irgendwann Apple Music Spotify und wie sie alle heißen.

01:21:04: Da ist ja auch eine Zahlungsbereitschaft für Inhalte gekommen, übrigens genau das Abo-Modell dass wir hier haben.

01:21:11: also man zahlt einfach ein Monats Abo und kann dann die Musik nutzen da es eine Zahlung Bereitschaft im digitalen entstanden und insofern merken wir dass die auch weiterhin zunimmt.

01:21:24: aber es dürfte natürlich gerne schneller gehen in der digitalen Entwicklung sicherlich auch von unserer Seite aus, dass wir uns noch viel stärker an die Lesebedürfnisse der Digitalnutzer noch stärker ranpürschen müssen.

01:21:43: Also noch viel mehr wissen und wollen, was interessiert?

01:21:49: Was können wir aufbereiten?

01:21:50: Wie können wir die Lebenswirklichkeit für die jüngeren Leute oder für die digitaler vielen Leuten aufbereiden?

01:22:00: Noch mal zur Medienbranche.

01:22:04: Ich habe letztens ein Podcast gehört mit der Julia Becker Funke-Mediengruppe, Verlegerin, Inhaberin und die war auch beim Paul Ronsheimer.

01:22:13: Und die war bemerkenswert selbstkritisch, hatte gesagt dass die Medienbranche in den fetten Jahren nicht genau genug hingeschaut hat zurückgezogen hat.

01:22:25: Ich weiß nicht, ob das Beispiel, dass sie vorher in Solltau genannt haben ... In

01:22:28: Suhl?

01:22:29: Oder Suhl und ob es ein Funke-Medium ist.

01:22:31: Nee,

01:22:32: das ist ein Medium, das Sie Deutschen.

01:22:33: Weil die da auch irgendwo im Osten jetzt darum experimentieren, weil die eben auch Probleme haben, Verteiler zu finden usw.

01:22:45: Nehmen Sie ... Ihre Branche ist so ... Also selbstkritisch genug war.

01:22:51: Ich hab selten so klar gehört, dass ... Die Frau Becker sieht tatsächlich hauptsächlich im Osten aber auch ein Versäumnis des Lokaljournalismus, der sich rausgezogen hat und da dann Lücken entstehen lassen, wo dann zum Beispiel eine AfD reingeht und die Leute abholt teilweise dann auch mit Publikationen versorgt, mit Nachrichten aus der Region.

01:23:19: Die auch gar nicht so von der ersten bis zur letzten Zeile ideologisch durchtrenkt sind, sondern die da wirklich sozusagen den Auftrag übernommen haben, die Leute zu informieren, was in ihrer Stadtortregion so los ist?

01:23:33: Aber damit eben nicht mehr eine unabhängige Presse darstellen ... Und die Frau

01:23:38: Bäcker hat da eben die Selbstkritik geübt, dass man sich da ...

01:23:43: Also die Frau Becker macht da einen ganz hervorragenden Job für die Brandschiff, ist eine Vorkämpferin für die Verlagsinteressen.

01:23:52: Vor allem auch von regionalen Zeitungen hat sie einen ganz klaren und selbstkritischen Blick drauf.

01:23:59: Ein Unterschied gibt sicherlich dort wo... Strukturschere Gebiete sind mit Bevölkerungsrückgängen, Stichwort der Osten Deutschlands.

01:24:09: Wo es einfach wirtschaftlich immer schwieriger wird das Aufrecht zu erhalten.

01:24:14: Das sind wir tatsächlich, ich habe es vorhin ausgeführt in Halbronn in einer ganz anderen Situation und auch viele Gebieteverlage, Zeitungsverbreitungsgebiete im Westen haben dann eine bessere Ausgangslage.

01:24:31: Das Thema sich aus dem Lokalen zurückzuziehen, das wird auch gern von Bürgermeistern als Argument genannt dass sie ihre eigenen Amtsblätter pushen wollen.

01:24:43: Das greift in meinen Augen mich in voller Breite.

01:24:47: Also bezogen auf die Halbronner Stimme, hohen Lohrzeitungen und Greichgaustimme sind wir genau in den Verbreitungsgebieten aktiv wie wir seit in der Form wahrscheinlich fünffünfzig Jahren sind als wir damals die Eppinger Zeitung gekauft haben.

01:25:02: das war direkt vor der Kreisreform wo dann ja Epingen zum Kreishalbronn kam.

01:25:11: Die Fläche decken wir genauso ab wie vorher auch, dass die Auflage gesunken ist.

01:25:18: Ist letztendlich das Thema der veränderten Mediennutzung?

01:25:22: Dass die Leser der Printzeitungen älter werden und durch Krankheit Tod irgendwann abbestellen?

01:25:32: Das ist einfach eine Entwicklung, die da ist.

01:25:36: E-Paper wächst, Stimme plus wächst.

01:25:39: Aber nicht in der Geschwindigkeit um den Rückgang bei der Printauflage auszugleichen.

01:25:49: Das heißt, man muss ein Stück weit schon nach den wirtschaftlichen Gegebenheiten suchen und schauen was rechnet sich noch.

01:25:55: Weil das Wichtigste ist dass ein Verlag nur dann unabhängig sein kann wenn er wirtschaftsstark ist also nicht abhängt von großen Anzeigenkunden oder von Banken oder ja von großen Einflussnehmern.

01:26:10: Der Punkt ist aber auch der, dass sich die lesegewohnheiten verändert haben.

01:26:14: Und das vielleicht, was vor zwanzig Jahren in einer Lokalzeitung noch die Leute stärker interessiert hat... ...die Kleinteiligkeit von Berichten und auch die Ausführlichkeit aus dem Gemeinderat jeden Tagesordnungspunkt.

01:26:29: Das hat sich schon verändert in der Wahrnehmung also in der Mediennutzung der Leser.

01:26:34: Darauf muss die Zeitung reagieren weil ansonsten sagt man dann so naja Da steht zwar viel Text drin, aber es interessiert mich nicht und dann bestellt man ab.

01:26:45: Das heißt wir müssen da ein Stück weit auch mit der Zeit gehen um in der Veränderung von den Punkten die die Leser lesen wollen.

01:26:55: Das führt nicht immer zu einer großen Freude von Bürgermeistern und Oberbürgermeisters weil in dem Zuge eben auch leider so ist das die Kommunalpolitik im journalistischen Sinne von vor zwanzig Jahren heute weniger Zuspruch hat in der Tageszeitung und bei den Lesern als eben damals.

01:27:18: Und das heißt nicht, dass wegen Kommunalpolitik gar nicht mehr auftauchen darf.

01:27:22: Das ist auch ein Stück weit unser Auftrag aber wir müssen versuchen es anders zu drehen.

01:27:28: Und da kann man natürlich auch sagen Ja, der Ausgangspunkt ist vielleicht eine Debatte im Gemeinderat und eine Entscheidung.

01:27:35: Aber wir müssen dann das Thema anders aufziehen und nicht nur den Bericht bringen was da im Gemeindenrat entschieden wurde sondern die Konzepte zeigen, was jetzt als neues Freibad und neues Hallenbad an der Neckarhaltige plant und dort in die Diskussion einsteigen?

01:27:55: Also auch eine Aufgabe für den Journalismus, sich selbst auch anders zu erfinden und die eigene Rolle überdenken.

01:28:00: Insofern selbstkritisch ja!

01:28:03: Aber das ist mir zu pauschal zu sagen wir ziehen uns aus der Fläche zurück wie ein Lokalzeitung.

01:28:12: KI-Stadt, Green Capital usw.

01:28:14: und so fort... Warum seid ihr beim Cyber Valley nicht bei dem E-Pie?

01:28:21: Wir konnten bislang noch Nichtpartner werden vom E-pie.

01:28:24: Das war bisher die Grundlinie.

01:28:27: EPI sagt, wir möchten keine Medienunternehmen haben.

01:28:30: Das sehen wir anders weil einfach auch das Thema KI für den Journalismus und damit auch die gesellschaftliche Entwicklung ein extrem spannender Punkt ist.

01:28:42: was darf KI in der Redaktion?

01:28:45: da gibt es ja jetzt auch die großen Diskussionen.

01:28:49: der Herausgeber vom Tagesspiegel musste das Publizieren einstellen weil er angeblich zu viel KI genutzt hat.

01:28:57: Der Spiegel hat sich da eine harte Linie gegeben, der Herr Döpfner hat sehr provokant einen Leitartikel nur mit KI geschrieben um dann Kontrapunkt zu setzen.

01:29:08: Das ist insofern ein richtiges Ringen darum was ist der Job des Journalisten und was ist das Job von KI?

01:29:20: Ich würde sagen ich bin im Moment noch nicht in der Lage eine generelle Lösung dafür zu haben, sondern was wir ausloten müssen.

01:29:29: Wo wir die Redaktion mitnehmen müssen und natürlich auch die Leser mitnehmen können.

01:29:36: Weil das Thema KI kann sehr schnell dazu führen dass die Lese denken naja das ist ja eh nur noch die KI die das alles schreibt dann brauch ich es nicht lesen oder dann verliere ich das Vertrauen.

01:29:47: die Glaubwürdigkeit ist weg also in ganz viele Punkte die da mit rein spielen.

01:29:53: Deswegen KI ist immens wichtig für den Journalismus und in meinen Augen muss das Thema einfach auch im E-Pile präsent sein.

01:30:01: Und Cyberwelle nimmt...

01:30:03: Genau, Cyberwele hat eine andere Offenheit gezeigt.

01:30:11: wo wir aber unterwegs sind Das ist ja auch klasse.

01:30:14: Frauenhofer Forschungsprojekte kleineren Bereichen ist eigentlich falsch, weil es sind schon ein paar Grundlagenthemen.

01:30:24: Wo wir schauen was geht Forschung und Praxis sehr genau das was IPA ja auch verbinden soll die KI-Forschung mit dem was für den Mittelstand pragmatische Einsatz also insofern... Also

01:30:41: ihr dockt schon da an dieses KI und Wissens Ökosystem an?

01:30:46: Ja Nur halt aktuell nicht am E-Pile, weil die Kinder so eine Politik haben.

01:30:49: Okay ... Green Capital.

01:30:57: Neun Komma vier Millionen Programm für die Stadt?

01:30:59: Haben Sie noch ein bisschen Zeit?

01:31:00: oder sonst was?

01:31:01: Ja!

01:31:01: Neun Kama vier Millionen Programmen Rooftop Walk auf dem Wollhaus Fahrradringen Wassershow als Echo an die Buga im Hagenbuchersee Licht Kulturfestival mit über hunderttausend erwartenden oder erwarteten Besuchern.

01:31:21: Was bedeutet der Titel für die Stadt, aber was auch für Stimme?

01:31:26: Bedeutet da irgendwas für die Stimme oder ist es ein Thema, das man begleitet?

01:31:30: Oder nutzt ihr dieses Nachhaltigkeits-Grüne Jahr ... Auch um hier im Haus bewusster mit dem Thema umzugehen und den Mitarbeitern näherzubringen zweifreier zu werden als im Jahr.

01:31:53: Was gibt es da?

01:31:55: Wir haben eine Entwicklung, was das Thema Energieverbrauch angeht.

01:32:00: begonnen mit der neuen Rotation vor elf Jahren.

01:32:03: ein Drittel weniger Energieverbruchs.

01:32:07: Da haben wir sehr deutlich angefangen auch Energie zu sparen und aus wirtschaftlichen Gründen heraus.

01:32:13: Die technologische Entwicklung macht es eben auch möglich.

01:32:16: Die Umstellung auf LED-Beleuchtung in allen Produktionsflächen mit Bewegungsmeldern, dass man da Energie spart die Komplettsanierung hier... Das gesamte Verlagskomplex ist an der Allee in den letzten fünf Jahren energetische Sanierung, neue Fenster.

01:32:36: Wir haben es jetzt gerade letzte Woche ausgewertet wir haben ein Drittel weniger Energieverbrauch gegenüber dem Jahr.

01:32:42: ich glaube zwanzigmal Referenz bevor wir begonnen haben mit der energetischen Sanierung.

01:32:49: ein Drittel weniger Energie verbraucht hier in den Büroräumen ist echt eine Masse.

01:32:55: Das heißt, da sind wir eh schon unterwegs.

01:32:56: Was kommt dafür

01:32:57: im Betrag am Jahresende zusammen?

01:32:58: Ist das hohe vierstellig oder fünf ... Also vom Energie, wenn man eintritt, der Einspart ist es wahrscheinlich mehr als in so einer Privat-

01:33:05: ... Die Energiekosten haben sie um sechzig Prozent erhöht, insofern ist keine Einsparung erfolgt, sondern die Verteuerung ist deutlich abgeschwächt.

01:33:15: aber über konkrete Zahlen braucht man an dieser Stelle nicht sprechen.

01:33:20: Also da tun wir viel, wir haben seit vielen Jahren eine komplett recyceltes Zeitungspapier im Einsatz bis auf ein paar Sonderprodukte wo einfach der Herr Hochglanz weiß oder das reine weiß auch zum Produktcharakter mit dazu gehört.

01:33:38: Das heißt wir sind an dieser Stelle immer schon in den vergangenen Jahren stark unterwegs.

01:33:45: zum Thema Green Capital gar nichts tun.

01:33:47: Wir bereiten gerade ein paar Dinge auf, wo wir sagen was können wir denn noch tun?

01:33:52: Wir haben Ökostrom von der CAG im Einsatz seit einigen Jahren.

01:33:56: also das ist immer schon stark unterwegs.

01:33:59: die ganze Grundinitiative der Stadt Befürworte ich jetzt auch als Bürger der Stadt Heilbronn total.

01:34:07: Es ist ja nicht nur das Thema Green im Sinne von Nachhaltigkeit, sondern auch in dem Sinne von Begrünung – also tatsächlich im Sinne vom Naturerlebnis in der Stadt.

01:34:17: Da geht es ja auch um diese Klimaschneisen, Windschneisen und eine Kühlung in der Kühlung oder eine Abschwächung der Hitze zu ermöglichen, dass das eine Stadtentwicklung darauf achten muss wo solche Luftschneisen sind.

01:34:35: Das sind Punkte die sind total wichtig weil letztendlich geht es um Lebensqualität.

01:34:42: Das Thema Autoverkehr und Fahrrad hat in Koppenhagen studiert ist jetzt fertig.

01:34:52: Das ist natürlich kein Vergleich mit Halbronn.

01:34:54: Dort sind die Fahrbahnen getrennt, dort ist Fahrradfahren eine Freude und ehrlicherweise empfinde ich das nicht als Freude in der Wollhausstraße oder sonstwo auf dem Fahrradstreiflichen, der ab und zu mal rot markiert ist, zu fahren wenn die Straße nicht breit genug ist dass zwei Autos aneinander vorbeikommen.

01:35:14: Das ist immer ein extremer Gefährdungspunkt.

01:35:17: also da es sind wir in der Stadt Eine Fahrradstadt, wenn sich jetzt die Fahrradfraktion durchsetzt, dann würden solche Straßen einfach für den Individualverkehr gesperrt.

01:35:29: Also für Autoverkehr und da können nur noch Fahrräder drauf fahren.

01:35:33: Das ist allerdings auch nicht genau die Antwort, die wir brauchen weil wir weiterhin in den nächsten Jahren Autoverkehren der Innenstadt haben werden.

01:35:41: Und Stausituationen sind letztendlich auch nicht gerade nachhaltig.

01:35:48: Und ich bin auch ein Kritiker der vierziger Zonen auf den großen Durchgangsstraßen in Heilbronn.

01:35:56: Ich verstehe das nicht, wenn man die Molkgestraße rausfährt kann man fünfzig fahren ins Wohngebiet rein bis zum Trappensee raus, aber an der Oststrasse vierzig Verstehe ich nicht.

01:36:13: Wenn dann sollte man die großen Straßen mit fünfzig machen und alles, was in Richtung Wohngebiet geht, einheitlich mit dreißig fertig?

01:36:20: Das wäre eine überzeugende Logik.

01:36:24: Oder werdet ihr das so kritisch begleiten?

01:36:27: Was ist hier Schlagzeile, Grüne- und Effektascherei?

01:36:33: Ich kann jetzt nicht ankündigen, dass wir das nur kritisch sehen.

01:36:36: Aber selbstverständlich finden da Fragen oder ... Man kann ja auch in der Frage, ob der Rooftop-Walk die Kosten rechtfertigt.

01:36:45: Um das Wollhaus irgendwo ins Szene zu setzen für etwas, was eh nur ein paar Monate läuft ... Kann man sich streiten drüber?

01:36:54: Ob man das Geld nix zynigerweise in andere Projekte steckt zumal das Gebäude sowieso jetzt angeblich abgerissen werden soll.

01:37:03: Das wird dann die Zukunft zeigen, ob und welche Konzeption umgesetzt wird.

01:37:10: Ja, da gibt's ein paar Punkte.

01:37:11: Aber da bin ich normal Bürger der Stadt und guck es mir an, hab meine Meinung dazu.

01:37:20: Und die Zeitung selbst berichtet natürlich drüber, stellt die kritischen Fragen, lässt die Akteure zu Wort kommen?

01:37:27: Ist da im Prinzip die Plattform dann auch für die Diskussion in der Bürgerschaft?

01:37:33: Was ist da jetzt angemessen oder was nicht?

01:37:36: Das ist unser Job!

01:37:39: Zum Abschluss noch ein bisschen Persönliches und dann entweder oder.

01:37:44: Was tun Sie, wenn sie mal nicht Verleger sind?

01:37:47: Ich gehe gerne auf Konzerte.

01:37:48: Was war das letzte?

01:37:51: Das letzte Konzert war Jamie Cullum in Stuttgart bei den Jazz Open.

01:37:58: Ein wundervoller Abend.

01:38:01: Davor waren wir bei Nick Cave auch bei den jazz open.

01:38:05: Wir waren haben den zwanzigsten Hochzeitstag in Hamburg gefeiert auf einem kleinen Clubkonzert von Sophie Oster, Liedermacherin aus dem USA, Tochter von Paul Oster.

01:38:19: Wundervolle Musik.

01:38:20: Wie viele

01:38:20: Konzerte gehen Sie pro Jahr in Halbronn?

01:38:24: In Halbron... Fehlt

01:38:26: eine Konzertlocation?

01:38:27: Ja tatsächlich klar mit der Harmonie gibt es eine Konzerthlokation.

01:38:33: aber tatsächlich Die Musik, die für uns spannend ist, haben wir in Heilbronn seltener.

01:38:40: Das ist so ... Wir verhandeln aber auch gerne nach Stuttgart und Mannheim, München je nachdem.

01:38:47: Braucht oder verträgt Heilbron so eine Eventlocation?

01:38:50: Also mit all den Ambitionen und Visionen, die die Stadt

01:38:53: etc.,

01:38:54: pp hat muss man ja doch ein bisschen mehr der Weichenstandortfaktoren weiterentwickeln.

01:39:01: ausentwickeln hat dann trotzdem Mannheim, Stuttgart etc.

01:39:05: Ludwigsburg alles recht eng und dann vielleicht auch...

01:39:10: Also was wir

01:39:12: sicherlich

01:39:12: haben könnten ist so in der mittleren Größe noch etwas Schnuckeliges mit Ambiente.

01:39:18: eine Großveranstaltungshalle für Konzerte wie eine Schleierhalle Porsche Arena in Stuttgarts

01:39:29: Ein bisschen kleiner wie die MHP Arena in Ludwigsburg?

01:39:33: Ja, das vielleicht schon.

01:39:35: Aber die ganz großen ... Ich glaub, da brauchen wir nicht mit Stuttgart an einem konkurrieren, weil die Leute werden sie dann sagen, ich fahr nach Stuttgar zu genau.

01:39:44: Das war noch Duran.

01:39:46: Duran war aber in der Schneidehalle.

01:39:48: So was ist klar, ne?

01:39:49: Aber ich guck manchmal.

01:39:50: also wenn ich nach Ludwicksburg schau, MHP-Arena so, da gibt's Handballbundesliga, da gibts Basketballbündesliga.

01:39:57: Aber auch meine Körperwelten-Ausstellung wäre in Halbrunn jetzt nicht so verkehrt.

01:40:04: Das

01:40:04: ist auf jeden Fall, dass wir eine Multifunktionshalle brauchen.

01:40:09: Ich glaube das ist klar.

01:40:13: aber die große Konzerthalle... Ich glaube, dass die Leute bereit werden zu fahren.

01:40:21: Bei dem hohen Invest-Volumen wird in den nächsten fünf bis zehn Jahren mit Hallenbad und Eishockey auch die Rollschuhalle verlegt.

01:40:38: Das ist schon eine Menge Geld und da muss man sicherlich auch sagen, was es wünscht dir was.

01:40:43: Und das ist tatsächlich das, was wir ganz konkret brauchen.

01:40:48: Gibt's einen Ort in Heilbronn, in dem Sie den Kopf frei kriegen?

01:40:53: Also definitiv am Neckar.

01:40:55: Wir wohnen am Necka in der Innenstadt.

01:40:57: Es ist einfach schön, Neckerufe entlang zu laufen, zu spazieren, ob das jetzt der Weg ins Büro ist oder Richtung einkaufen.

01:41:07: Das ist Lebensqualität.

01:41:10: und da hat Halbronn wirklich einen wunderschönen Fluss mittendrin, der vor dreißig Jahren ein bisschen entdeckt wurde als da die Öffnung war neben dem damaligen C&A.

01:41:24: Und der in Zukunft glaube ich noch sehr viel mehr geöffnet wird und zugänglich gemacht wird gibt er die Planung dass man das Ostufer vom Neckar, gerade vor Marrahaus die ganze Ecke von der Götzenturmbrücke neu gestaltet.

01:41:38: Da freue ich mich drauf, weil es eine Wertschätzung dessen ist, was die Natur der Stadt einfach so bietet und ein bisschen Brach lag.

01:41:47: Worüber können Sie herzhaft lachen?

01:41:50: Ist ein Comedian-Künstler ...

01:41:52: Ja also nicht so sehr so Comedians oder so die Anstalt oder solche Dinge im Fernsehen.

01:42:03: Eine gut gemachte Komödie, französische Komödien können so herrlich... ...herrlich anarchisch auch sein.

01:42:14: Das ist Klasse.

01:42:15: und dann einfach lachen im Freundeskreis wenn man seine Stories erzählt und gemütlich zusammensitzt.

01:42:24: das ist Entspannung pur.

01:42:27: Da kann man nur privat Mensch sein und entspannen.

01:42:34: Mal schauen, ob entweder oder sie auch so entspannt wird und lässt die nächsten dreißig Sekunden.

01:42:41: Print oder digital?

01:42:43: Beides.

01:42:44: Die schnelle Nachricht oder die große Recherche?

01:42:48: Ja, die große recherche.

01:42:50: Nachricht or Kommentar?

01:42:52: Kommentar.

01:42:53: Aufdecken oder erklären?

01:42:57: Im regionalen Erklären so viel zum Aufdeken gibt es gar nicht.

01:43:01: Das ist eher Spiegel- und Süddeutsche.

01:43:04: Lokales oder Weltpolitik?

01:43:07: Oh beides!

01:43:08: Wir verbinden die Region mit der Welt.

01:43:12: FHZ oder Zeit?

01:43:14: Süddeutsche.

01:43:15: Bild- oder Tats?

01:43:19: Der perfekte Satz, oder der pünktliche Andruck?

01:43:23: Boah!

01:43:25: Zwei Seelen in meiner Brust – ich bin ein Sprachperfektionist.

01:43:29: Aber es nützt ja nichts wenn dann die Zeitung nicht im Briefkasten ist weil man zu spät andrückt.

01:43:34: also... Ja, wir haben das Finale am Spanien gegen Argentinien in allen Ausgaben drin.

01:43:41: Später andruckt die ganze Logistik umgestellt.

01:43:45: Ich war sehr dankbar dass es kein Elfmeter Schießen gab weil dann hätte was nicht in den ersten Ausgaben Hohenlohe und Kreichkau gebracht.

01:43:53: War der Fußball-Gott in dem Fall Halbronn oder Verleger?

01:44:01: Ob es war ja auch ein gerechtes Ergebnis.

01:44:03: Anzeigen oder Abos?

01:44:06: Bezahlschranke oder offene Reichweite?

01:44:10: Paid Content, bezahlschranken klingt so nach ... Boah.

01:44:14: Nach eingesperrt sein.

01:44:17: Das ist ein Begriff der hat sich leider im Sprachgebrauch eingebürgert.

01:44:20: aber letztendlich die Tageszeitung ist vor achtzig Jahren gestartet als bezahltes Produkt dreißig Pfennig.

01:44:31: Da hat auch niemand von einer Bezahl schranke gesprochen sondern es ist ein Produkt.

01:44:35: da steckt Eine Menge Arbeit drin.

01:44:38: Das darf auch was kosten.

01:44:40: Der Treuerabonnent oder der junge Neuläser?

01:44:46: Beides, wir brauchen beides.

01:44:51: Haltung oder Ausgewogenheit?

01:44:56: Beim Thema Demokratie-Haltung gibt es für mich keinen Abrücken davon.

01:45:06: und ansonsten bei jedem anderen Thema ausgewogenkeit.

01:45:10: Nah in der Macht oder auf Distanz?

01:45:15: Es muss eine professionelle Nähe sein.

01:45:17: Wenn man zufern ist, kriegt man nichts mit.

01:45:20: Dann sitzt man irgendwo am Schreibtisch und hat keinen Kontakt zu denjenigen.

01:45:27: Man muss wissen wie die ticken, warum sie entscheiden?

01:45:30: Was sagen die anderen drumherum?

01:45:31: Das heißt, man braucht eine gewisse Nähe aber das muss eine Professionelle Nehe sein!

01:45:38: Im Zweifel drucken oder im Zweifelschweigen?

01:45:43: Im Zweifeldrucken.

01:45:44: Was

01:45:45: der Leser will oder was der Lesers braucht?

01:45:47: Beides.

01:45:49: Den mächtigen Wehtun oder den schwachen Helfen?

01:45:54: Beides, also...

01:45:58: Mehr KI- oder mehr Menschen in der Redaktion?

01:46:04: Wie ich es vorhin ausführte die KI kann wenn sie richtig eingesetzt ist Zeit freischaufen für den eignlichen Job des Journalisten.

01:46:15: Die beste KI oder eine europäische KI?

01:46:19: Auf jeden Fall eine Europäische Wenn ich mir anschaue wenn jemand in Google eingibt, was brauchen wir?

01:46:31: die Rückkehr der Wehrpflicht in Deutschland?

01:46:34: Und die KI von Google spuckt dann irgendetwas aus.

01:46:38: Ich hab das jetzt noch nicht getestet aber spuckt irgendwas aus Dann muss mich als aufgeklärter Bürger misstrauisch machen wer hat denn diese KI programmiert?

01:46:47: Wer hat den die Filter eingestellt Die Algorithmen geschrieben die dann zu der Antwort führen die ich dann lese und Das macht mir ehrlicherweise in einem Amerika, wie es im Moment unterwegs ist.

01:47:00: Echt Angst!

01:47:02: Das muss europäisch sein – das darf gerne deutsch sein und es muss auf jeden Fall etwas sein, wo wir wissen.

01:47:08: diejenigen, die das Programmieren stehen mit beiden Beinen auf der Demokratie in Deutschland.

01:47:15: KI-Kollege oder KI-konkurrent?

01:47:26: Kollege als Hilfsmittel, als Erleichterer.

01:47:30: Wir haben jetzt neulich bei uns im Führungskreis definiert dass die KI kein künftig kein besonderes Tool ist sondern das es so wie man selbstverständlich Microsoft-Produkte Outlook Axel Word verwendet im Alltag um seinen Job zu erledigen.

01:47:48: sind diese entsprechenden KI Möglichkeiten in drei Jahren in fünf Jahren spätestens völliger Alltag?

01:47:56: Podcast oder YouTube?

01:47:59: Ich bin ehrlicherweise ... weder jemand, der viel Podcast hört.

01:48:07: Also ich lese gerne und auch YouTube lasse mich ab und zu mal von meinen Kindern begeistern, wenn die mir was zeigen.

01:48:14: Aber da bin ich kein aktiver Nutzer.

01:48:17: Da bin ich ja Leser.

01:48:19: Ungeskriptet oder Maisberger?

01:48:27: Eher ungeskripted.

01:48:30: Tagesschau- oder Puschennachricht?

01:48:34: Schon die Tagesschau weil einfach eine unglaubliche gesellschaftliche Relevanz auch in Zeiten von Push-Nachrichten, weil das schon einmal ... dass es die kuratierte Nachricht von einem Medium, das trotz allem eine hohe Glaubwürdigkeit hat und das ist wichtig zu wissen.

01:48:54: Auch jetzt aus professioneller Sicht was kommt da?

01:48:59: Was nimmt ein Großteil der Bevölkerung Als wichtig auf, was die Tagesschau bietet.

01:49:08: Netflix oder ARD-Mediathek?

01:49:14: Das kommt drauf eher weniger Netflix muss ich sagen.

01:49:19: Instagram oder LinkedIn?

01:49:21: Weder

01:49:21: noch.

01:49:23: Haben Sie einen Social Media Account?

01:49:25: Keinen Aktiven.

01:49:26: Also quasi passiv.

01:49:27: Glückwunsch, wirklich um zu

01:49:29: pumpen?

01:49:29: Nein,

01:49:30: ich weiß nicht ob beneidenswert.

01:49:31: Doch!

01:49:32: Nein, nein.

01:49:33: die Kinder sagen dass ich alt bin und deswegen das nicht nutze und ich soll nicht so alt sein also...

01:49:38: Die Gnade der frühen Geburt sagt ein Programmer oft

01:49:42: Ja, Näs ist schon ... also ich muss jetzt sicherlich nicht fünf Stunden am Tag bei TikTok mit irgendwelchen Videos zubringen.

01:49:50: aber tatsächlich das Thema LinkedIn.

01:49:56: Es ist etwas, was Zeit braucht.

01:49:59: Wenn man es aktiv betreibt und die Zeit müsste ich mehr nehmen.

01:50:04: Das heißt, ich müsste mich irgendwie anders organisieren um das aktiver zu nutzen.

01:50:08: Die lange Reportage oder der schnelle Feed?

01:50:12: Dann die lange Reportages wenn sie gut geschrieben ist.

01:50:16: Deutsches Föhrthorn oder New York

01:50:18: Times?

01:50:21: Deutsche Kulturberichterstattung Föhlthorn klingt mir so elitär.

01:50:28: Kädchenstadt oder KI-Stadt

01:50:30: KI-Stadt.

01:50:32: Kettchen ist künstlich, auch künstlig aber damit kann man nicht mehr viel anfangen mit der KI Stadt da entwickelt sich was...

01:50:39: Marktplatz oder Neckabogen?

01:50:46: Platz also Samstag auf dem Markt einkaufen gehört ein Wörter zu.

01:50:52: Klientskirche oder Experimenter?

01:50:56: Experimenter

01:50:58: Fahrradring um die Stadt oder fünftiger Zone auf der Oststraße?

01:51:04: Beides Aber nicht Fahrradring um die Stadt, sondern durchaus Fahrradstraßen in der Stadt.

01:51:13: Der Individualverkehr darf nicht vergessen werden.

01:51:17: Den haben wir noch eine ganze Weile so.

01:51:19: Besen oder Feindining?

01:51:23: Wenn wir mal ausgehen, Feindigning.

01:51:26: Vollhaus abreißen oder retten?

01:51:30: Wir sitzen ja direkt davor und blicken auf das Vollhaus.

01:51:35: Würde Ihnen was fehlen, wenn es weg wäre ...

01:51:37: Naja, wenn man es umgestalten kann so dass man was draus macht.

01:51:40: Das ist ja ein Baukörper der groß genug ist um das neu zu gestalten dann kann ich mir durchaus auch eine Neugestaltung am vorstellen.

01:51:47: Es ist halt die Frage ob sich das für den Investor rechnet.

01:51:51: Trollinger oder Lemberg?

01:51:53: Lemberger

01:51:55: Tagespiegel oder Abendzeitung?

01:51:56: Tagesspiegel

01:52:00: Fußball im Stadion oder Wein im Keller?

01:52:05: Selten im Städion aber ist schon ein Erlebnis.

01:52:09: Familie zuerst oder Firma zuerst, ganz ehrlich?

01:52:11: Familie.

01:52:13: Kontrolle abgeben oder alles selbst sehen?

01:52:17: Abgeben!

01:52:18: Der große Auftritt oder die zweite Reihe?

01:52:21: Zweite Reihe.

01:52:22: Reden oder Zuhören?

01:52:26: Kommt auf das Thema auf den Gesprächspartner drauf an

01:52:31: und wo tanken sie eher auf in der Redaktion oder im Weinberg?

01:52:38: Eher auftanken im Weinbergen oder außerhalb außerhalb der Zeitung?

01:52:45: Herr Dieselbart, ich könnte noch eine ganze Weile weitermachen und über Journalismus und die Zukunft des Journalismus um der Stimme reden.

01:52:52: Aber hier machen wir Schluss an dieser Stelle.

01:52:55: herzlichen Dank fürs Gespräch.

01:52:57: Hat Spaß gemacht.

01:52:58: Interessant!

01:52:59: Und auch die Zuhörerinnen haben etwas über die Stimme erfahren was sie noch nicht wussten?

01:53:04: Ja sehr gerne, sehr gerne.

01:53:06: Ich bedanke mich auch.

01:53:07: Das waren jetzt spannende knapp zwei Stunden.

01:53:15: Ja, hat Spaß gemacht.

01:53:17: Freut mich,

01:53:17: prima!

01:53:18: Ciao!

01:53:19: Auf Wiedersehen, tschüss!

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